Waldbegehung in Buchen – Alois Gerig: Wir müssen an einem Strang ziehen, um unsere Wälder zu retten!

11.08.2019

Wer zurzeit im Wald unterwegs ist, bekommt die deprimierende Lage eindringlich vor Augen geführt: Stürme, Dürre und Schädlinge haben in den Wäldern im Main-Tauber- und im Neckar-Odenwald-Kreis schwere Schäden angerichtet. Die Folgen des Hitze-Sommers 2018 sind deutlich sichtbar – bei uns und in ganz Deutschland.

Um dieser dramatischen Lage noch einmal Gewicht zu verleihen, haben mich die Forstkammer Baden-Württemberg und die Stadt Buchen zu einer Waldbegehung vor Ort eingeladen. Zusammen mit Vertretern der Kleinprivatwald-, Großprivatwald- und Kommunalwaldbesitzer konnte ich mir ganz persönlich ein Bild davon machen, wie es um unseren Wald momentan steht: es geht ihm nicht gut.

Fest steht, der Klimawandel fordert ein ganz klares Umdenken: Der Wald muss in Zukunft klimafest ausgebaut werden. Die heimischen Baumarten müssen nach und nach durch Arten ersetzt werden, die besser mit Trockenheit, Hitze und Schädlingen umgehen können. Ulrike Staudt von der Forstkammer Baden-Württemberg informierte uns, wie ein stabiler und multifunktionaler Wald der Zukunft aussehen könne, verwies aber auch darauf, dass man dafür Unterstützung und Aufmerksamkeit seitens der Politik benötige. Im Bundeshaushalt muss daher mehr Geld bereitgestellt werden, damit im kommenden Jahr Hilfen finanziert werden können. Ich werde mich mit ganzer Kraft für entsprechende Mehrheiten einsetzen.

Ein weiteres Problem ist der Holzmarkt. Bei erhöhten Erntekosten sinkt der Preis für Holz drastisch. Die Aufarbeitung der Schalhölzer sei regional schon nicht mehr kostendeckend zu leisten, so dass die Waldeigentümer sogar drauf legen müssten.

Um den Wald zu erhalten, so waren wir uns alle einig, benötigen die privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer im Land, unabhängig ihrer Betriebsgröße, rasche und wirksame Unterstützung. Wir dürfen den Wald und die Menschen, die mit und vom Wald leben, in der Not nicht im Stich lassen. Dafür ist der Wald als Ökosystem, Klimaschützer, Erholungsraum, Rohstofflieferant und Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum zu wichtig.
Die Forderung, einen Waldgipfel einzuberufen, unterstütze ich daher auch mit großem Nachdruck: Alle Beteiligen gehören jetzt an einen Tisch. Wir müssen an einem Strang ziehen, um unsere Wälder zu retten!