Update: Überbrückungshilfen - jetzt beantragen!

08.07.2020

Heute möchte ich Ihnen ein Update zu den Überbrückungshilfen des Bundes geben. Unternehmen und Soloselbständige können die Überbrückungshilfe Corona in den nächsten Tagen beantragen.

Ab sofort können sich Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigte Buchprüfer, die für die Unternehmen die Anträge einreichen müssen, auf der Antragsplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de registrieren.

Mit dem historischen Konjunkturprogramm hat die Große Koalition am 3. Juni einen großen Schritt zur Krisenbewältigung getan. Damit soll die konjunkturelle Erholung wieder schnell an Fahrt gewinnen.  In einer Sondersitzung am 12. Juni hat das Bundeskabinett ein weiteres Hilfsprogramm auf den Weg gebracht, um kleine und mittelständische Unternehmen, die von der aktuellen Krise besonders hart getroffen sind, mit Überbrückungshilfen zu unterstützen. Dafür stellt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie 25 Milliarden Euro bereit.

Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb aufgrund der gesundheitspolitisch notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie weitgehend oder vollständig schließen mussten, erhalten mit den Überbrückungshilfen die notwendige Unterstützung, um nach dem Lockdown die große Herausforderung der Wiederaufnahme des Geschäftsbetriebs bewältigen zu können.

Ergänzende Hilfen des Landes Baden-Württemberg

Seitens des Landes soll das Hilfsprogramm des Bundes sinnvoll durch Förderung eines fiktiven Unternehmerlohns ergänzen: Der Bund schließt Lebenshaltungskosten oder einen Unternehmerlohn bei den förderfähigen Kosten explizit aus. Wie schon bei der Soforthilfe will das Land einen fiktiven Unternehmerlohn in Höhe von bis zu 1.180 Euro pro Monat in Abhängigkeit vom individuellen Umsatzrückgang daher auch bei der Überbrückungshilfe aus Landesmitteln aufstocken. 

Damit gibt es ein rundes Förderpaket für eine möglichst umfassende Unterstützung unserer von der Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen. Das Land wird bei der Abwicklung dieses Programms auf den bewährten Partner aus der Soforthilfe, die L-Bank, zurückgreifen.

Bisherige Hilfsprogramme der Bundesregierung

Um Arbeitsplätze weitestgehend zu erhalten, den Fortbestand von Unternehmen zu sichern und soziale Notlagen zu vermeiden, hat die Bundesregierung bereits folgende Hilfsprogramme verabschiedet, um liquiditätsbedingte Insolvenzen abzuwenden:

• Soforthilfe
• KfW-Sonderprogramm inklusive KfW Schnellkredit.

Viele Branchen benötigen jedoch weiterhin unsere Unterstützung, daher setzt die Bundesregierung ihre Hilfen fort und entwickelt sie bedarfsgerecht weiter.

Neues Programm: Überbrückungshilfen für eine starke Zukunft

Mit dem neuen Programm der Überbrückungshilfen bauen wir eine Brücke hin zu wirtschaftlich besseren Zeiten. Das Hilfsprogramm ist branchenübergreifend, berücksichtigt aber Besonderheiten von Unternehmen aus den Branchen, die nach wie vor von Schließungen, Abstandsregeln oder Hygieneauflagen besonders betroffen sind:

Zuschuss für betriebliche Fixkosten

Unternehmen können für die Monate Juni bis August 2020 einen Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten erhalten, wenn ihr Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Junge Unternehmen, die erst nach April 2019 gegründet wurden, können spätere Vergleichszahlen vorlegen.

Aufhebung der Begrenzung der Beschäftigtenzahl bei Unternehmen

Die starre Begrenzung der Zahl der Beschäftigten bei Unternehmen (zuvor 249 Beschäftigte) wurde aufgehoben, so dass auch größeren Mittelständlern die Überbrückungshilfen offen stehen.

Wie sieht die Förderung aus?

Die Förderung beträgt bis zu 150.000 Euro für drei Monate. Die Bemessung der konkreten Zuschusshöhe orientiert sich an der tatsächlichen Umsatzentwicklung in den Monaten Juni bis August 2020. Es gilt der Grundsatz: Je größer der Umsatzeinbruch, desto höher der Zuschuss. Für kleine Unternehmen mit bis zu fünf bzw. zehn Beschäftigten gelten die Höchstbeträge, die sie bereits von der „Soforthilfe“ kennen (9.000 bzw. 15.000 Euro). Bei Kleinunternehmen, die mit besonders hohen Fixkosten belastet sind, können diese Höchstbeträge aber auch überschritten werden.

Einführung einer Personalkostenpauschale

Die Personalkosten können jetzt pauschaliert geltend gemacht werden. Das trägt dem Bedarf der Unternehmen Rechnung, aber es entlastet die Unternehmen und Bewilligungsstellen davon, umfangreiche Nachweise zu führen und schwierige Einzelfallabgrenzungen vorzunehmen. Jenseits dessen sind aber Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn weiterhin nicht förderfähig.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Bundeswirtschaftsministeriums oder der Webseite der Landesregierung Baden-Württemberg.
Direkte Fragen können auch über die Service-Hotline des Bundeswirtschaftsministeriums (+49 521 5603189-179) gestellt werden.