Überblick zur Corona-Schutzimpfung

12.01.2021

Die Impfungen gegen das Coronavirus sind bereits seit Ende Dezember angelaufen. Laut Robert Koch-Institut liegt die Gesamtzahl der Impfungen bei 532.874 (Stand: 9. Januar). Nach wie vor gilt, dass die Schwächsten zuerst geschützt werden müssen. Der Schwerpunkt liegt deshalb auf den Alten- und Pflegeeinrichtungen. Mobile Teams impfen Bewohnerinnen und Bewohner von Seniorenheimen sowie Pflegekräfte. Zudem gehören alle über 80-Jährigen zur Gruppe mit höchster Priorität, so dass auch sie sich impfen lassen können. Außerdem zählen Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten, Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst dazu.

Momentan ist der Impfstoff weltweit noch knapp, jedoch geben uns die Nachrichten auf die Zulassung weiterer Impfstoffkandidaten Hoffnung, dass spätestens im Sommer genug Impfstoff für alle in Deutschland zur Verfügung steht. Bundesgesundheitsminister Spahn bekräftigt immer wieder, dass genug Impfstoff – auch von unterschiedlichen Herstellern – bestellt wurde.

Die Organisation der Impfungen der besonders vulnerablen Gruppen, wie z.B. die Bewohner von Pflegeheimen, ist aufgrund der Durchführung durch die mobilen Teams aufwendiger und entsprechend zeitintensiver als bei Impfungen in Impfzentren. Doch auch diese werden jetzt bei uns im Neckar-Odenwald- und Main-Tauber-Kreis am 22. Januar in Betrieb genommen. So wird die Zahl der täglich verabreichten Impfungen Zug um Zug zunehmen. Zudem bemüht sich die Bundesregierung auf mehreren Ebenen darum, die Verfügbarkeit der Impfstoffe auch kurzfristig zu erhöhen.

11 bis 13 Millionen Impfdosen im ersten Quartal 2021

Für das gesamte erste Quartal wird mit 11 bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Aktuell ist geplant, jede Woche 670.000 Impfdosen des Unternehmens Biontech zu verteilen. Auch der zweite Impfstoff in der EU zugelassen: Die Europäische Kommission hat dem Corona-Impfstoff des Herstellers Moderna eine bedingte Marktzulassung erteilt. Damit folgte sie einer Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Im ersten Quartal erhält Deutschland voraussichtlich knapp zwei Millionen Dosen von Moderna.

Wenn alle Impfstoff-Kandidaten zugelassen werden sollten, erhält Deutschland voraussichtlich insgesamt 300 Millionen Dosen. Diese Zahl ergibt sich aus der Anzahl von Dosen, die Deutschland aus den Verträgen der EU erhält und den Impfstoffdosen, die mit deutschen Herstellern vereinbart sind, die die Bundesregierung gefördert hat.

Überblick über die Priorisierung der einzelnen Impfgruppen

Die Corona-Impfverordnung des Bundesgesundheitsministeriums baut auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut auf. Hier gibt es einen kurzen Überblick über die Reihenfolge, die bei der Corona-Schutzimpfung gilt.

Höchste Priorität:

  • Über 80-Jährige
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für ältere oder pflegebedürftige Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  • Pflegekräfte in ambulanten Pflegediensten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit hohem Expositionsrisiko wie Intensivstationen, Notaufnahmen, Rettungsdienste, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung,  Corona-Impfzentren und in Bereichen mit infektionsrelevanten Tätigkeiten
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen, die Menschen mit einem hohen Risiko behandeln, betreuen oder pflegen (vor allem Hämato-Onkologie und  Transplantationsmedizin.)

Hohe Priorität:

  • Über 70-Jährige
  • Personen mit  Trisomie 21, mit Demenz oder geistiger Behinderung, nach einer Organtransplantation
  • Enge Kontaktpersonen von über 80-Jährigen oder Bewohnern von Alten- Pflegeheimen und Heimen für geistig Behinderte
  • Kontaktpersonen von Schwangeren
  • Personen, die in stationären Einrichtungen für geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
  • Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in Corona-Testzentren
  • Polizei- und Ordnungskräfte, die  im Dienst, etwa bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.
  • Personen im öffentlichen Gesundheitsdienst und in relevanten Positionen der Krankenhausinfrastruktur
  • Personen, die in Flüchlings- und Obdachloseneinrichtungen leben oder tätig sind

Erhöhte Priorität:

  • Über 60-Jährige
  • Personen mit folgenden Krankheiten: Adipositas, chron. Nierenerkrankung, chron. Lebererkrankung, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Diabetes mellitus, div. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Krebs, COPD oder Asthma, Autoimmunerkrankungen und Rheuma
  • Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen mit niedrigen Expositionsrisiko (Labore) und ohne Betreuung von Patienten mit Verdacht auf Infektionskrankheiten
  • Personen in relevanter Position in Regierungen, Verwaltungen und den Verfassungsorganen, in Streitkräften, bei der Polizei, Feuerwehr, Katastrophenschutz und THW, Justiz
  • Personen in relevanter Position in Unternehmen der kritischen Infrastruktur, im Apotheken und Pharmawirtschaft, öffentliche Versorgung und Entsorgung, Ernährungswirtschaft, Transportwesen, Informationstechnik und Telekommunikation
  • Erzieher und Lehrer
  • Personen, mit prekären Arbeits- oder Lebensbedingungen

Diese Priorisierung ist, wie Bundesgesundheitsminister Spahn bereits verlautet hat, eine Privilegierung für bestimmte Bevölkerungsgruppen, doch hier stimme ich Jens Spahn voll und ganz zu, wenn er sagt, dass es eine Frage von Solidarität sei, wenn diejenigen, die zuerst geimpft werden, daraus nicht leicht den Anspruch ableiten, jetzt anders behandelt zu werden als die anderen, die, obwohl sie wollten, noch nicht geimpft werden könnten. Deshalb gelten Abstand, Hygiene, Alltagsmaske weiterhin für alle.

Hintergrund

Einen grundsätzlichen Anspruch auf eine Impfung haben alle, die in Deutschland ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort haben oder in bestimmten Pflegeeinrichtungen in Deutschland arbeiten, aber nicht hier wohnen. Die Bundesregierung beschafft und finanziert alle Impfstoffe, die in Deutschland zum Einsatz kommen. Sie organisiert die Verteilung der Corona-Impfstoffe an die Bundesländer. Die Länder sind für die konkrete Impfung vor Ort zuständig. Sie organisieren auch die Terminvergabe in den Impfzentren. Hier finden Sie die Infoseite Ihres Bundeslandes zur Corona-Schutzimpfung. Wichtige Fragen zur Corona-Schutzimpfung beantwortet auch das Bundesgesundheitsministerium hier