Symposium zur Europäischen Klimapolitik: „Mein Wunschbild ist die multifunktionale Landwirtschaft!“

15.12.2020

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, als Referent und Podiumsdiskutant am digitalen Klimasymposium „Europäische Klimapolitik – zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ der Frankfurt University of Applied Sciences teilzunehmen. Mittels Vorträgen und Paneldiskussionen hatte das Symposium einen Fokus auf europäische Städte und die Landwirtschaft gelegt, die zugleich Verursacher und Leidtragende des globalen Klimawandels sind. Ziel des Symposiums war einerseits, das Spannungsfeld zwischen unterschiedlichen Feldern wie Klima-, Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik, sowie Positionen verschiedener Interessensgruppen zu beleuchten, und andererseits Impulse zu setzen, wie Maßnahmen zum Klimaschutz in der EU gestaltet werden müssen. Dabei kamen Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft zu Wort.

Mit der neuen Legislaturperiode der Europäischen Kommission kommt nun Bewegung in die europäische Klimapolitik. Der „European Green Deal“ wird zur Priorität in der EU. Sein Vorsatz: Klimaneutralität bis zum Jahr 2050. Ich bin sehr froh darüber, dass meiner Kollegin, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, unter der deutschen Ratspräsidentschaft ein Systemwechsel gelungen ist.

In meiner Paneldiskussion zur EU GAP nach 2020 habe ich über die zukünftige Gestaltung der europäischen Agrarpolitik und deren Auswirkungen auf die Klimaschutzziele referiert. Auch ob die EU in der Lage sein wird, ihre ambitionierten Klima- und Energieziele zu erreichen, wurde thematisiert.

Nicht nur die Weltbevölkerung wächst, auch die Wetterextreme nehmen unaufhörlich zu. Ernteausfälle und Hungersnöte sind die Folgen. In diesem Zusammenhang bin ich auch Prof. Dr. Dr. Michel Friedman, Geschäftsführender Direktor des Center for Applied European Studies, sehr dankbar, dass er bei seiner Einführung die globalen Herausforderungen benannt hat.

Mir ist wichtig, dass die Landwirtschaft weiterhin in den Regionen Deutschlands die Menschen mit Lebensmitteln – übrigens die besten, die es auf der Welt gibt – versorgt. Wichtig war mir zudem klarzustellen, dass hier alle an einem Strang ziehen müssen. Es braucht neben den Verbrauchern insbesondere auch den Handel und die Arbeiter – aber auch die Politik. Daher ist die GAP, die jetzt aufgelegt wurde, ein guter Anfang, um die Landwirtschaft ein Stück weit aus der Defensive zu holen. Denn die Landwirtschaft ist nicht nur immer Verursacher, sondern auch Problemlöser.

Für mich ist die Zukunft die multifunktionale Landwirtschaft, die Umwelt- und Insektenschutz genauso leistet wie die Lebensmittelproduktion und zur Energiewende durch erneuerbare Energien beiträgt. Das ist das, was wichtig ist, dann hat es eine Zukunft – eben auch was die Wertschätzung von Landwirtschaft und Lebensmitteln anbelangt.

Im Anschluss an meinen Vortrag stellte ich mich mit meinen Mitdiskutanten, Dr. Beatrix Tappeser, Mitglied im Bioökonomierat der Bundesregierung, und Prof. Dr. sc. agr. Sebastian Lakner, Professor für Agrarökonomie an der Universität Rostock, den zahlreichen Fragen aus dem virtuellen Publikum.

Ich danke der Vizepräsidentin der Frankfurt University of Applied Sciences und guten Freundin, Prof. Dr. Martina Klärle, für Ihre Einladung und freue mich auf einen erneuten Austausch bei Gelegenheit.