Schutzschirm für Auszubildende erweitert - Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ verlängert und weiterentwickelt

22.03.2021

Der Bund verlängert sein Programm „Ausbildungsplätze sichern“, das er zudem weiterentwickelt hat. Wir möchten damit so viele Ausbildungsplätze wie möglich sichern und ermutigen Unternehmen, auch in Zeiten der Corona-Pandemie und Wirtschaftskrise an der Ausbildung festzuhalten.

Bereits für das Ausbildungsjahr 2021/2022 wurden die Fördermöglichkeiten mit der Ersten Förderrichtlinie wesentlich verbessert:

Die Ausbildungsprämien für Ausbildungen, die ab dem 1. Juni 2021 beginnen, werden verdoppelt von 2.000 Euro auf 4.000 Euro, sofern das Ausbildungsniveau stabil bleibt. Bei Erhöhung des Ausbildungsniveaus steigt die Prämie von 3.000 Euro auf 6.000 Euro.

Neben dem Zuschuss zur Ausbildungsvergütung (wird zukünftig auch gezahlt, wenn der oder die Auszubildende an einem externen Lehrgang zur Prüfungsvorbereitung teilnimmt) gibt es darüber hinaus auch einen Zuschuss zur Ausbildervergütung. Damit schaffen wir einen Anreiz, Auszubildende und ihre Ausbilder trotz Kurzarbeit im Betrieb zu halten.

Was uns besonders wichtig ist: Diese Förderungen können künftig Unternehmen mit bis zu 499 Beschäftigten (bislang 249) in Anspruch nehmen. Damit erweitern wir den Kreis der förderberechtigten Betriebe in erheblichem Umfang.

Außerdem führen wir einen „Lockdown-II-Sonderzuschuss“ in Höhe von 1.000 Euro ein. Dieser richtet sich an ausbildende Kleinunternehmen mit bis zu vier Beschäftigten. Voraussetzung: Der Ausbildungsbetrieb konnte im aktuellen Lockdown seine Geschäftstätigkeit nicht oder nur in geringem Umfang weiterführen, während gleichzeitig die Ausbildung an mindestens 30 Tagen fortgesetzt wurde.

Um zu verhindern, dass ein Ausbildungsplatz wegen einer Insolvenz verloren geht, wurde zudem auch die Übernahmeprämie verbessert bzw. auf 6.000 Euro verdoppelt. Diese soll auch dann ausgezahlt werden können, wenn der Ausbildungsbetrieb den Ausbildungsvertrag gekündigt hat oder sich die Beteiligten einvernehmlich auf einen Auflösungsvertrag geeinigt haben, weil die Fortführung der Ausbildung pandemiebedingt nicht mehr möglich bzw. für den Betrieb nicht mehr zumutbar ist. So wollen wir ungewollte Ausbildungsabbrüche verhindern und eine Brücke zwischen Ausbildungsbetrieb und Auszubildenden bauen.

Des Weiteren sind Verbesserungen bei der Auftrags- und Verbundausbildung vorgesehen: Die Fördervoraussetzungen werden flexibilisiert, die Förderbeträge laufzeitabhängig gestaffelt und erhöht. Zudem wird die Förderung auch hier einem größeren Kreis an Unternehmen zugänglich gemacht.

Ausbildungsbetriebe, die in besonderem Umfang von der Pandemie betroffen sind, können zukünftig im Rahmen der Zweiten Förderrichtlinie einen Zuschuss zu den Kosten für externe Prüfungslehrgänge (dazu zählen auch digitale Angebote) für Auszubildende erhalten. Hier beträgt der Zuschuss einmalig 50 Prozent der Lehrgangskosten, max. 500 Euro pro Ausbildungsverhältnis.
Mit der Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Ausbildungsplätze sichern“ unterstützen wir auch weiterhin bestmöglich die Unternehmen in ihren Bemühungen um den Erhalt und Ausbau von Ausbildungsplätzen und tragen zur zukünftigen Fachkräftesicherung bei.