Pressemitteilung: Neue Denkansätze notwendig, wenn fachliche Argumente durch Lautstärke ersetzt werden

10.04.2019

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner traf sich im Hofgut Maxau bei Karlsruhe mit den CDU Landesfachausschüssen für Ländlichen Raum und Landwirtschaft Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zum Austausch. Einig waren sich die Ausschussmitglieder, dass es einen konstruktiven offenen Dialog mit der Gesellschaft braucht. Familiengeführte landwirtschaftliche Betriebe sind Garant für sichere und bezahlbare Lebensmittel, Erhalt sowie Förderung der Biodiversität und Pflege unserer schönen Kulturlandschaft.

Die Ministerin berichtete über die aktuellen strittigen Themen wie Fortschreibung der Düngeverordnung und Zulassungsprobleme bei Pflanzenschutzmitteln, informierte aber auch über ihre Konzepte, wie dem gesellschaftlichen Dissens begegnet werden könne. Letztlich, so die Ministerin, müsse sich die Erfüllung der gesellschaftlichen Forderungen bei den Bauern positiv im Geldbeutel wiederfinden.

Alois Gerig, Vorsitzender des baden-württembergischen CDU Fachausschusses und Vorsitzender des Ernährungsausschusses im Bundestag, und seine Kollegin Christine Schneider, stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag, leiteten die hochkarätig besetzte Runde, an der neben Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel sowie mehrere Abgeordnete aus Bundestag und den Landtagen, Verbands- und Ministeriumsvertreter teilnahmen.

In der Diskussion kam die Sorge um den immensen Strukturwandel zum Ausdruck. Probleme bereiten schlechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und darüber hinaus das von vielen Seiten geführte Bauern-Bashing lässt insbesondere junge Landwirte resignieren. Das Verständnis in der Gesellschaft, dass der Landwirt sein Einkommen mit der Bewirtschaftung seiner Flächen und Ställe erzielen müsse, schwinde zunehmend. Diese hätten den Eindruck, dass sie von der Gesellschaft nicht mehr gewollt seien.

Die Ministerin machte in ihrem Beitrag deutlich, dass es sich lohne, die gesellschaftliche Diskussion zu führen, gerade auch angesichts der unterschiedlichen Zuordnung der umwelt- und agrarpolitischen Themen der Koalitionspartner. Sie versicherte, dass ihr Einsatz für die heimische Land- und Forstwirtschaft uneingeschränkt und klar sei. Es reiche jedoch nicht aus, auf alten Gewohnheiten zu beharren. Geänderte gesellschaftliche Vorstellungen erforderten immer auch ein Umdenken aller Beteiligten.