Pressemitteilung: Diakonie erhält 96.000 Euro vom Bund für Flüchtlingsarbeit

03.06.2020

Das Diakonische Werk im Neckar-Odenwald-Kreis erhält für seine Integrationsarbeit im Rahmen eines Bundesprojektes Fördergelder in Höhe von rund 96.000 Euro vom Bund. Die Zuwendung unterstützt das Projekt „stark, vernetzt, qualifiziert – Engagement für Integration“ in diesem und nächsten Jahr. Ein erster Teilbetrag ist bereits ausgeschüttet worden. „Integration findet vor Ort statt. Es ist daher eine große Freude, dass es gelungen ist, für die wertvolle Arbeit der Diakonie im Neckar-Odenwald-Kreis Bundesmittel zu gewinnen“, so die Bundestagsabgeordneten Alois Gerig und Nina Warken.

Das Diakonische Werk mit den Standorten Mosbach und Buchen ist ein wichtiger Akteur in der Flüchtlingshilfe. Zahlreiche Maßnahmen zur Gewinnung, Qualifizierung und Unterstützung des Ehrenamts im Landkreis werden von hier aus bereits umgesetzt. Ein Schwerpunkt des Projekts ist die Arbeit mit geflüchteten Frauen. Die Bundesmittel werden insbesondere hier ihre Verwendung finden, benötigen Frauen mit Migrationshintergrund doch spezielle Angebote.

„Zunächst einmal geht es darum, die Frauen zu stärken, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich außerhalb des familiären Kreises und der häuslichen Umgebung zu vernetzten und ihnen eine Plattform für den gegenseitigen Austausch zu bieten“, so Guido Zilling, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Neckar-Odenwald-Kreis.

Wie wichtig die passgenaue Ansprache von Frauen ist, weiß auch Nina Warken, die gleichzeitig Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ist: „Ohne die Frauen ist keine Integration zu machen. Schließlich nehmen sie in den Familien eine Schlüsselrolle ein. Darum müssen wir uns gezielt um sie kümmern."

Höhepunkt des Projekts im vergangenen Jahr war ein Schwimmkurs für Frauen im geschützten Rahmen, der sich großer Beliebtheit erfreute. Aber auch monatliche Treffen, Workshops und regelmäßige Informationsveranstaltungen zu Themen, speziell für Mütter mit kleinen Kindern, hat die Diakonie in ihrem Programm. Regelmäßig werden mit diesen Maßnahmen rund 10 bis 30 Frauen erreicht.

Die Zeit der pandemiebedingten Einschränkungen nutzt die Diakonie aktuell für konzeptionelle Arbeit. Auch Informationen zum Coronavirus haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Diakonie für ihre Klientel bereits in verschiedenen Sprachen erstellt, zudem wurde ein kleines Maskennähprojekt mit Ehrenamtlichen und zugewanderten Frauen angestoßen.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Anette Widmann-Mauz, aus deren Haushalt die Unterstützung stammt, fördert regelmäßig Integrationsarbeit in den Kommunen. Träger können sich hier um eine Zuwendung bemühen. 

„Die Stärkung der Frauen durch Wissen über die neue Gesellschaft, über Teilhabe und Rechte ist unser Ziel. Sie sollen sich hier angenommen und sicher fühlen, damit sie selbstbestimmt ihren Alltag gestalten können. Oft fehlt es an Informationen, manchmal auch an innerer Sicherheit. Beides wollen wir durch unsere Gruppenangebote in geschütztem Rahmen weitergeben“, unterstreicht Bettina Knapp, Projektverantwortliche, die Bedeutung des Projekts.
„Wie arbeiten mit Referentinnen und Fachfrauen. Kinder werden beaufsichtigt, damit die Frauen sich den Inhalten der Gruppenarbeit widmen können. Das ist wichtig für sie, schultern sie doch den allergrößten Teil der Betreuungsarbeit“, schildert Sandra Schweikert, ebenfalls Projektverantwortliche.

„Dank der Einbindung in das Gesamtprojekt der Diakonie Deutschland ‚Teilhabe durch Engagement - Ehrenamtliche Unterstützung von, für und mit Geflüchteten‘ ist ein fachlicher Austausch auch weit über unseren Landkreis möglich, sodass das Projekt stetig fachlich begleitet und inhaltlich weiterentwickelt werden kann“, hebt Guido Zilling die Unterstützung durch den Bundesverband hervor.