Pressemitteilung: Alois Gerig und Nina Warken fordern Bedarfs-Bahnhaltepunkt für Vorbachzimmern

09.08.2021

Die CDU-Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Odenwald-Tauber Alois Gerig und Nina Warken machten sich auf Einladung vom Ortschaftsrat Vorbachzimmern ein Bild des dringend aufzustockenden Angebots des öffentlichen Nahverkehrs.

Besonders im Hinblick auf die stetige Weiterentwicklung des Niederstettener Teilorts Vorbachzimmern mit der Vermarktungsthematik der vorhandenen, voll erschlossenen Bauplätze im Baugebiet Steinbach und der möglichen Erweiterung „Winzerweg“ mit weiteren 15 Bauplätzen, liegt der Fokus der Gemeindeentwicklung auf einer parallelen innerörtlichen Entwicklung.

Vorbachzimmern will den Zuzug junger Familien genauso fördern, wie ein Wohnen von Mehrgenerationen im Dorfmischgebiet. Dafür ist der Ausbau der dortigen Infrastruktur auch mit besonderem Blick auf den ÖPNV dringend notwendig. Eine gute ÖPNV-Anbindung kann ein kostenintensives Zweitfahrzeug möglicherweise einsparen und mindert so den CO²-Ausstoß.

„Auf Anfrage teilte die Deutsche Bahn AG mir mit, dass im aktuellen und künftigen Fahrplankonzept auf der Tauberbahn keine Reserven für die Bedienung eines zusätzlichen Bedarfshalts vorhanden seien. Erst mit der für die nächsten Jahre geplanten sukzessiven Erneuerung der Stellwerkstechnik zwischen Lauda und Crailsheim könnten zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden, um auf der Strecke mehr Kapazitäten und Reserven zu schaffen“, berichtete die Bundestagsabgeordnete Warken von bisherigen Bemühungen um die Reaktivierung des Bahnhalts Vorbachzimmern.

„Vor allem die Schülerinnen und Schüler aus Vorbachzimmern leiden unter der Situation, dass sie seit der Schließung des Bahnhalts im Jahr 1985 nur noch über Busverkehr an die Schulstandorte Bad Mergentheim, Niederstetten und Weikersheim angebunden sind. Daher freue ich mich sehr über die Unterstützung der Bundestagsabgeordneten Nina Warken und Alois Gerig für unser Anliegen“, erklärte Ortsvorsteher Hauf.

Ein Haltepunkt in Vorbachzimmern ist auch aus Sicht des Landes weiterhin wünschenswert.

„Die erste Voraussetzung für weitere Unternehmungen der Deutschen Bahn AG ist, dass sich die gesamte Region und die Anlieger einig sind, einen solchen Halt prinzipiell zu befürworten. Im zweiten Schritt wird unter Einbeziehung der als Aufgabenträger fungierenden Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbh die technische Machbarkeit überprüft werden. Mit ganzer Kraft setzen wir uns auf allen Ebenen von Kreis über Land bis Bund dafür ein, dass eine praktikable Lösung für die Anwohner geschaffen wird. Kleine Ortschaften - gerade hier im ländlichen Raum - müssen ausreichend berücksichtigt werden“, erklärten Gerig und Warken weiter. „Eine Bedarfshaltestelle in Vorbachzimmern wäre eine Bereicherung für die Attraktivität unserer kleinen Gemeinde, die auch an besonderen Wanderwegen wie beispielsweise dem Jakobsweg oder dem Wanderweg Liebliches Taubertal Nr. 24 liegt“, unterstrich Ortsvorsteher Hauf das Anliegen.

Seitens der Stadt Niederstetten erkennt und verdeutlicht auch Verwaltungsleiter Klaus Brodbeck die Wichtigkeit positiver Infrastrukturentwicklungen für die Ortschaften. „Natürlich will der Gemeinderat auch Gewissheit, wie das Projekt finanziell gestemmt werden kann“, erklärt Klaus Brodbeck die kommunale Problematik aus vielfältigen Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen. Die Attraktivität der Tauberbahn werde steigen, wenn sich viele Perlen wieder aktiv einreihten in das Bestandsnetz dieser Strecke. Die Reaktivierung auch kleiner Haltepunkte sollte den Vorzug vor Großprojekten und Neubaustrecken einnehmen. 

Fazit des intensiven Austausches ist, dass es an der Zeit ist, mit attraktiven Mobilitätskonzepten gerade den Menschen im ländlichen Raum mit vertretbarem, finanziellen Aufwand klimafreundliche Alternativen anzubieten. Ortsvorsteher Hauf betonte, Bund und Land müssten in ihrem Engagement besonders den strukturschwachen Regionen in den Entwicklungskonzepten unter die Arme greifen. Die Westfrankenbahn könnte bei dieser Strecke besonders die technischen Innovationen der Wasserstoff-Hybrid-Technik oder des Akku-Betriebs in die Weiterentwicklung einbeziehen, um auch die notwendigen Fahrzeitreserven zu generieren.