PPP-Stipendiatin Maren Blaha: Grüße aus den USA

Mein diesjähriges PPP-"Patenkind", Maren Blaha (16) aus Adelsheim, flog bereits im August in die USA zu ihrem zehnmonatigen Schüleraustausch. Sie lebt bei einer Gastfamilie in Pueblo, Colorado und besucht die dortige Highschool. Im regelmäßigen Austausch erfahre ich wie sie sich in Colorado einlebt.

Marens Bericht (Monat 1):

Hallo, ich bin Maren Blaha und ich verbringe mein Schuljahr 2018/19 in Pueblo Colorado. Ich bin Stipendiatin des Parlamentarischen Partnerschaftsprogramms. Das PPP ist ein Austauschprogramm, das seit 35 Jahren den Austausch zwischen jungen Deutschen und jungen Amerikanern fördert. Ich werde mit diesem Stipendium also die nächsten 10 Monate hier in Pueblo verbringen.

Der erste Monat ist bereits vorbei und ich habe schon unglaublich viel erlebt. Angefangen bei dem langen und kräftezehrenden Flug. Am 8.8. startete meine Reise in Frankfurt, von dort ging es mit einer Gruppe von anderen Stipendiaten erstmal nach Chicago. Kaum dass wir in Chicago angekommen waren, musste ich mich von den anderen Stipendiaten verabschieden und war auf mich allein gestellt. Der Flug von Chicago nach Denver war nochmal sehr kräftezehrend. Nach rund 35 Stunden auf den Beinen kam ich in Denver an, wo ich herzlichst von meiner Gastfamilie begrüßt worden bin. Von dort ging es mit dem Auto dann Richtung Pueblo.

Die ersten Tage hatte ich sehr mit dem Jet-Lag zu kämpfen, aber auch das ging vorbei. Am Anfang habe ich viel Zeit mit meiner Gastfamilie verbracht. Sie waren sehr eifrig, mir die Stadt, die Umgebung und vieles anderes zu zeigen. Mein Gastbruder, Colton, ist in meinem Alter und durch ihn habe ich auch sehr schnell Kontakt mit Gleichaltrigen gefunden, die schon jetzt zu Freunden geworden sind. Bevor die Schule begann, musste ich natürlich noch mein Stundenplan wählen, denn anders als in Deutschland bekommt hier jeder Schüler seinen individuellen Stundenplan. Von Anatomie bis Drama gibt es alles, was man sich nur vorstellen kann, auch als Unterricht.

Der erste Schultag hat sich so angefühlt wie meine richtige Einschulung. Ich war super aufgeregt. Bevor wir ins Auto gestiegen sind, um in die Schule zu fahren, wurden 'Back to School' Bilder von mir und meinem Gastbruder gemacht. Wir beide sind Seniors, d.h. es ist das letzte Schuljahr und das hat hier eine ganz andere Bedeutung als bei uns in Deutschland. Hier bedeutet das letzte Jahr auf der High-School das letzte Jahr, bevor man endlich frei ist und machen kann, was man will. Das letzte Jahr, bevor man endlich selbstständig wird.

Zum jetzigen Zeitpunkt sind zwei Schulwochen vergangen und ich hatte bereits sehr interessante Gespräche mit Gleichaltrigen. Alle hier sind begeistert, einen Austauschschüler zu haben und manchmal komme ich mir wie ein Alien auf einem anderen Planeten vor, da Kultur und manche Einstellungen doch sehr unterschiedlich sind. Dinge, wie jeden Morgen die pledge of alliance aufzusagen oder vor jedem Schulsport Wettkampf die Nationalhymne zu singen, fühlen sich für mich noch sehr komisch an.

Ein Highlight meines Aufenthalts war natürlich mein allererstes Football Game. Es war wie man es aus Filmen kennt. Cheerleader, die jubelnden Schüler auf der Tribüne und Footballplayer, die machen was auch immer sie machen. Ich habe die Spielregeln noch nicht wirklich begriffen und war mehr beschäftigt mit Fragenstellen als mit Zuschauen. Meine Freunde haben jedoch bereitwillig alle meine Fragen beantwortet.

Ein weiteres Highlight war die „Colorado State fair Parade“. Jedes Jahr findet in Pueblo eine „State fair“ statt, es ist sowas wie ein Rummel bei uns. Menschen aus ganz Colorado kommen, um die Fair zu besuchen. Am ersten Wochenende findet eine Parade statt, in der alle Institutionen der Stadt Wagen aufbauen und mit ihnen durch die Straßen ziehen. Meine Schule und alle anderen High-Schools von Pueblo, hatten auch einen Wagen und wir sind auf ihm durch die Stadt gefahren, haben gejubelt und auf dem Wagen getanzt. Die Stimmung ist hierbei das Wichtigste, weil eine Jury die Schule mit dem meisten 'Spirit' kürt.
Schon jetzt habe ich so viel erlebt und ich freue mich auf weitere Erlebnisse. Eure Maren. 

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Hintergrundinformationen: 

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ermöglicht Schülerinnen und Schülern sowie jungen Auszubildenden, ein Austauschjahr in den USA zu verbringen. Das Programm ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Bundestages und des US-Kongresses, durch das der Austausch zwischen Amerika und Deutschland gefördert wird.