PPP-Stipendiatin Antonia Heilig spricht mit ihrem Paten Alois Gerig über ihr Auslandsjahr als Junior-Botschafterin in den USA

27.06.2020

Vor einem knappen Jahr traf ich mich mit meiner PPP-Stipendiatin Antonia Heilig aus Buchen-Hettingen, um sie in die USA zu verabschieden. PPP steht für Parlamentarisches Patenschafts-Programm und ist ein gemeinsames Jugend-Austauschprogramm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Dabei vergibt der Deutsche Bundestag an Schülerinnen und Schüler und junge Berufstätige Stipendien für ein Austauschjahr in den USA. Bundestagsabgeordnete übernehmen während des Jahres die Patenschaft für die Jugendlichen.

Obwohl die Corona-Krise der Junior-Botschafterin einen Strich durch die Rechnung gemacht habe, seien es doch eine einmalige Erfahrung und ein absoluter Kompetenzgewinn gewesen, so Antonia Heilig. Ihr „Auslandsjahr“ verbrachte sie von Mitte August 2019 bis Anfang März 2020 in der Stadt Kemmerer im US-Bundesstaat Wyoming. Kontakte zu ihrer Gastfamilie, in der neben den Gasteltern sieben Gastgeschwister zwischen vier und 18 Jahren sowie drei Hunde auf sie warteten, hatte die 16-Jährige, dank der modernen Medien, bereits zuvor gepflegt. Es sei eine sehr persönliche und nette Atmosphäre in der Familie gewesen, in der auch nie Langeweile aufkam.

An ihrer High-School war sie eine von sieben PPP-Stipendiaten, die u.a. aus Litauen, Spanien und der Türkei kamen. Neben einer freundlichen Aufnahme durch die Klassenkameraden und interessanten Begegnungen mit den anderen PPP-Stipendiaten, war es vor allem der Sport, durch den sie einen raschen Anschluss fand. Antonia Heilig qualifizierte sich sogar für die Staatsmeisterschaft im Schwimmsport, während ihre Gastschwester gar den Staatsrekord brach.

Die Sympathie sei einfach gegeben gewesen, so die Stipendiatin und charakterisiert die Mentalität der US-Amerikaner als offen, freundlich, familiär und von einer gewissen Abenteuerlust gekennzeichnet. Großes Lob erhielt auch die Betreuung seitens der begleitenden Organisationen, die vertrauensvoll und solide gewesen sei.

Die Rückreise erfolgte dann Anfang März ohne jede Vorbereitungsphase. Innerhalb von 48 Stunden stand ihre Rückkehr nach Deutschland fest. Ein regelrechter Schock, fiel ihr der verfrühte Abschied doch anfangs schwer. In der Heimat folgte die nächste Corona bedingte Zäsur: Wohl besuchte sie noch einen Tag lang den regulären Unterricht am BGB, wurde aber dann über Nacht mit den „Corona-Ferien“ konfrontiert.

Ihre Zeit in den USA bewerte sie als tollen Aufenthalt, der ihr zahlreiche Kompetenzen für ihre Persönlichkeitsentwicklung gebracht habe und auch ihren beruflichen Lebensweg prägen könnte, da sie bereits mit einem Auslandssemster liebäugelt. Daher mein Appell an alle Jugendlichen: Bewerbt Euch für das PPP-Stipendium! Für junge Menschen bietet sich dadurch die wohl einmalige Gelegenheit, als eine Art Botschafter in die USA zu reisen. Antonia hat im begehrten Auswahlverfahren gesiegt, darauf kann sie stolz sein. Sie konnte somit wertvolle Erfahrungen für ihren weiteren Lebensweg sammeln, ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern und sicherlich auch Freundschaften finden. Davon zehrt man sein ganzes Leben lang.