Planspiel „Jugend und Parlament“ - Clara Linke erobert den Bundestag

28.06.2018

Die 18-jährige Clara Linke aus Buchen hat beim diesjährigen Planspiel „Jugend und Parlament“ des Deutschen Bundestages den Wahlkreis Odenwald-Tauber in Berlin vertreten. Über die Aufgaben und Erfahrungen, die sie während ihrer Teilnahme gemacht hat, schreibt sie im nachfolgenden Bericht:

Vom 23. bis 26. Juni, also gleich nach dem Abitur, hatte ich durch die Einladung von MdB Alois Gerig die einmalige Chance, am Planspiel „Jugend und Parlament“ des Deutschen Bundestages teilzunehmen. Ziel des Planspiels ist es, das Leben eines Abgeordneten sowie die Strukturen im Bundestag genauer kennenzulernen und in der Praxis hautnah zu erleben. Zu diesem Planspiel wurden ca. 350 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet von den Bundestagsabgeordneten eingeladen. Sie erhielten dadurch die Möglichkeit, die Arbeit im Parlament selbst zu erleben und zu gestalten.

Kurz nach der Ankunft wird den Jugendlichen eine neue Identität zugelost, wobei ich als Jana Leitner agierte, eine 53 Jahre alte Realschullehrerin, die seit ihrer frühen Jugend der Gerechtigkeitspartei angehörte. Anschließend arbeitete ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen zu drei verschiedenen Gesetzesentwürfen -  verbindliche Vorgaben von Diskriminierungsmöglichkeiten bei Bewerbungen für Behörden des Bundes, Änderung des Grundgesetzes – Einführung bundesweiter Volkseinstimmung sowie die Einführung eines Pfandsystems für Einwegbecher – und einem Antrag – die Ausweitung der Beteiligung deutscher Streitkräfte an der EU-geführten Operation EUMISA.

In den Fraktionen wird eine gemeinsame Linie erarbeitet, die gegenüber den anderen Fraktionen in den Ausschüssen vertreten wird. Am Ende des Planspiels werden die Beschlussempfehlungen im Plenarsaal unter der Leitung der Bundestagsvizepräsidentinnen und der Bundestagsvizepräsidenten debattiert und die Gesetzentwürfe zur Abstimmung gebracht.

Ich selbst gehörte dem Ausschuss für Verbraucherschutz an, der sich mit dem Thema „Einführung eines Pfandsystems für Einwegbecher“ beschäftigte. Es gestaltete sich allerdings manchmal als schwierig, sich nur auf die Verbraucher und nicht auf andere Themen wie Umwelt und Wirtschaft zu konzentrieren.

Ein weiteres Privileg des Planspiels war die komplette Bewegungsfreiheit in den verschiedensten Bereichen des Deutschen Bundestages, in denen aufgrund höchster Sicherheitsvorkehrungen kein normaler Besucher Zugang hat.

Abschließend möchte ich mich bei meinem Bundestagsabgeordneten Alois Gerig bedanken, durch dessen Vorschlag mir die Teilnahme am Planspiel „Jugend und Parlament“ ermöglicht wurde.