Neue Corona-Maßnahmen von Bund und Ländern

16.10.2020

Die Corona-Infektionen steigen wieder stärker an. Für uns alle bedeutet das: erneut mehr Achtsamkeit bei der Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln, um diesen exponentiellen Anstieg wieder einzudämmen.

Nach wie vor gilt die wohlbekannte Formel: AHA!

A- Abstand
H - Hygiene
A - Alltagsmasken

Außerdem sollte die Corona-Warn-App (A) genutzt und regelmäßig gelüftet (L) werden:

AHA+A+L!

Hier ein Überblick der aktuell von Bund und Ländern beschlossenen Maßnahmen, die bei einem weiteren Anstieg wieder eingeführt werden.

Ab 35 Neuinfektionen/Woche pro 100.000 Einwohner:

- ergänzende Maskenpflicht überall dort, wo Menschen dichter bzw. länger zusammenkommen
- Feiern im Familien- oder Freundeskreis auf 25 Teilnehmende im öffentlichen und 15 Teilnehmende im privaten Raum begrenzen.

Ab 50 Neuinfektionen/Woche pro 100.000 Einwohner zudem:

- Feiern im Familien- oder Freundeskreis auf 10 Teilnehmende im öffentlichen und 10 Teilnehmende aus max. 2 Hausständen im privaten Raum begrenzen
- Begrenzung der Teilnehmenden bei Veranstaltungen auf 100 Personen
- Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum auf max. 10 Personen
- Sperrstunde um 23 Uhr für Gastronomiebetriebe einschließlich eines generellen Außenangebotes von Alkohol

Außerdem fordern Bund und Länder dazu auf, nicht erforderliche innerdeutsche Reisen in und aus Risikogebieten zu vermeiden.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus, was wir wissen und wie wir handeln sollten, finden Sie unter „Mehr zum Thema“.
 

Gerne nehme ich auch Stellung zu einigen Fragen, die öfter an mich herangetragen werden.

Liegt der Anstieg der Infizierten nicht nur am Anstieg der durchgeführten Tests?

Aktuell wird mit ca. einer Million Tests/Woche deutlich mehr getestet als im Frühjahr  (Mitte März ca. 127.000 Tests/Woche). Deshalb werden jetzt natürlich mehr mit dem Coronavirus infizierte Personen gefunden, die Dunkelziffer sinkt. Auch Menschen ohne Symptome werden durch die vermehrten Tests häufiger ermittelt als im Frühjahr. Die Ansteckungsgefahr besteht auch beim Ausbleiben der Symptome.

Zu beachten ist, dass die Anzahl der durchgeführten Tests mittlerweile seit mehreren Wochen bei ca. einer Million/Woche liegt. Die Zahl der positiv getesteten Menschen steigt trotzdem. Das zeigt uns, dass sich tatsächlich wieder mehr Menschen infizieren. 

Wurde die Kapazität der Intensivbetten nicht drastisch erhöht? Können wir deshalb nicht entspannter bleiben, trotz steigender Infektionen?

Ja, die Kapazitäten der Intensivbetten und der Beatmungsgeräte wurde erhöht und die Auslastung dieser Plätze ist momentan im Zusammenhang mit dem Coronavirus bei den meisten Krankenhäusern noch gering. Das kann sich durch steigende Infektionen aber schnell ändern – fast jede dritte Intensivstation hat erste Engpässe. Zudem sollte bedacht werden, dass die Kapazität an Intensivpflegepersonen nicht so rasch gesteigert werden kann. In Italien und Spanien führte der Ausfall von einsatzfähigen Pflegekräften und medizinischem Personal zu dramatischen Situationen.

Zudem ist eine künstliche Beatmung auf der Intensivstation ein sehr drastischer Zustand mit möglichen schwerwiegenden Folgen. Das sollten möglichst wenige Menschen durchmachen müssen.

Ist eine Herdenimmunität nicht der nachhaltigste Schutz vor dem Virus?

Eine Herdenimmunität – sprich ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung ist bereits immun gegen das Virus - schützt besonders Risikopersonen indirekt. In anderen Ländern haben wir erlebt, welche Auswirkungen eine ungebremste Ausbreitung des Coronavirus in kürzester Zeit auf das Gesundheitssystem hatte. Die Menschen konnten nicht mehr ausreichend behandelt werden, die Todesrate ist stark angestiegen. Auch dürfen wir hierbei nicht vergessen, dass ein überlastetes Gesundheitssystem Menschen mit anderen Erkrankungen oder nach Unfällen nicht oder nicht ausreichend behandeln kann.

Wie lange eine Immunität nach einer Corona-Infektion besteht, ist aktuell noch nicht abschließend erforscht.

Deshalb ist es nach wie vor unser Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem nicht überlastet wird.
   
Bitte bleiben Sie gesund!