Lebensmittelretter gesucht: Jetzt bewerben für den Bundespreis „Zu gut für die Tonne!“ 2019

25.09.2018

Elf Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgen Industrie, Handel, Großverbraucher und Privathaushalte in Deutschland jedes Jahr als Abfall. Diese Menge zu reduzieren, ist ein Thema, das mir am Herzen liegt, denn unsere heimischen Lebensmittel haben nachweislich eine sehr hohe Qualität und sind damit „zu gut für die Tonne“. Auch aus ethischer Sicht müssen wir etwas gegen die Lebensmittelverschwendung in Deutschland unternehmen: Weltweit lag 2017 der Anteil der Unterernährten an der Gesamtbevölkerung bei 13 Prozent.

Gründe für Lebensmittelverschwendung

Die Gründe für die Verschwendung sind vielseitig. Einer ist sicher die fehlende Wertschätzung für unsere Lebensmittel und die ganze Arbeit, die in deren Produktion geflossen ist. Lebensmittel sind aktuell so günstig, gerade einmal durchschnittlich zehn Prozent der Ausgaben gibt jeder Bundesbürger dafür aus.
Durch die Lebensmittelknappheit in den Nachkriegszeiten und aus ethischen, religiösen Gründen haben die älteren Generationen Sparsamkeit im Umgang mit Lebensmitteln gelernt. Studien belegen: Durch das heutige Überangebot ist dieser sparsame Umgang meist nicht mehr notwendig und wird deshalb nicht mehr an die nächsten Generationen weitergegeben. Viele Lebensmittel sind nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar, allerdings sorgt die Unsicherheit bei Verbrauchern oft dazu, dass sie vorsichtshalber weggeworfen werden. Ebenso ist Wissen verloren gegangen, wie Lebensmittel geschmackvoll zubereitet werden können, wenn sie nicht mehr ganz frisch sind.

Auf der anderen Seite werden in Supermärkten Lebensmittel, die nicht mehr ganz frisch aussehen, direkt aussortiert, da sie sich nicht so gut verkaufen lassen. Krumm gewachsenes Gemüse und Obst landen meist nicht einmal im Verkauf, obwohl sie geschmacklich genauso gut sind, wie optisch makellose Stücke. Hier gibt es noch zahlreiche andere Beispiele.     

Lösungsansätze der Politik

Die Große Koalition hat die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung zu einem Schwerpunktthema ihrer Ernährungspolitik gemacht. Um zukünftig wieder mehr Lebensmittel zu retten, müssen wir schon unseren Kleinsten den wertschätzenden Umgang mit den Lebensmitteln vorleben und mitgeben. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ist hier bereits seit Jahren aktiv und bietet auf einer Homepage und per App wertvolle Informationen über Einkaufsplanung, Vorratshaltung und Resteverwertung. Dabei soll diese Initiative gemeinsam mit den Bundesländern zu einer nationalen Strategie ausgebaut werden.

Parallel investiert das BMEL rund 3,5 Mio. Euro in die Entwicklung intelligenter Verpackungen, die anzeigt, ob ein Produkt noch essbar ist oder nicht. Es wird auch geprüft, Lebensmitteln zusätzlich zum Mindesthaltbarkeitsdatum auch mit einem Verbrauchsverfallsdatum zu kennzeichnen. So erhält der Verbraucher einen Hinweis, bis wann er Lebensmittel auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums gefahrlos verzehren kann.

Dabei ist klar: Es gibt nicht die eine Lösung, die eine Kampagne, die eine Regulierung oder die eine tech-nische Innovation. Genauso vielschichtig wie die Ursachen für Lebensmittelverschwendung müssen auch unsere Antworten sein. Hier sind alle entlang der Wertschöpfungskette gefragt: Vom Landwirt, der Lebensmittelindustrie, Einzelhandel, Gastronomie bis hin zum Verbraucher.

„Zu gut für die Tonne!“-Bundespreis

Seit 2016 verleiht das BMEL deshalb jährlich den „Zu gut für die Tonne!“-Bundespreis in verschiedenen Kategorien, um gute Ideen zu prämieren. In meinem Video besuche ich den Rettermarkt „SirPlus“, einen der Gewinner 2018. Falls Sie auch eine Idee haben, wie man Lebensmittel retten kann, dann bewerben Sie sich jetzt bis zum 31. Oktober für den „Zu gut für die Tonne!“-Preis 2019. Dabei wünsche ich Ihnen viel Erfolg!