Insektenschutz ist nicht nur Sache der Landwirtschaft

05.07.2018

Eine interessante Podiumsdiskussion führte mich jüngst in Berlin in den Dinosaurier-Saal des Museums für Naturkunde. Thema des Gesprächs waren aber nicht die ausgestorbenen Riesenexen, sondern deutlich kleinere Lebewesen: Insekten.

Die Wissenschaft schlägt Alarm, dass der Insektenbestand in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist. In der Diskussion mit Journalisten, Unternehmern und Wissenschaftlern habe ich betont, dass noch erheblicher Forschungsbedarf besteht – nur wenn wir Ausmaß und Ursachen kennen, können wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Klar ist die Landwirtschaft in der Mitverantwortung, die Biodiversität zu schützen und Lebensräume für Insekten zu bewahren. Keinesfalls darf das sogenannte Insektensterben aber nur der Landwirtschaft in die Schuhe geschoben werden – auch der hohe Flächenverbrauch, der Klimawandel und die Luft- und Lichtverschmutzung müssen angegangen werden.

Die Landwirtschaft leistet einen wichtigen Beitrag, eine artenreiche Kulturlandschaft zu erhalten – beispielsweise durch Lerchenfenster, Blühstreifen, Streuobstwiesen oder blühende Herbstsaaten. Es liegt im Interesse der Landwirtschaft, eine intakte Insektenfauna zu bewahren - schließlich erbringen Bienen wertvolle Bestäubungsleistungen für Kulturpflanzen. Für das Ökosystem sind Insekten unverzichtbar – deshalb darf Insekten nicht das gleiche Schicksal wie Dinosauriern ereilen.