Herzlicher Dank an Tafel-Arbeit – wertvolle und segensreiche Arbeit

21.07.2020

Mitte Juni fand im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft ein digitaler Austausch über die Arbeit der Tafel Deutschland e.V. in der Corona-Krise statt. Eine gute Grundlage für meine Wahlkreisarbeit, da ich mir ebenfalls ein Bild davon machen wollte, mit welchen Herausforderungen die Tafelläden im Odenwald-Tauber zu kämpfen haben. Schnell wurde klar, die Corona-Krise hat sich auch bei den Tafelläden bemerkbar gemacht.

Bei meinem „Sammeltermin“ der Tafelläden im Main-Tauber-Kreis – darunter drei unter der Trägerschaft des Diakonischen Werkes in Wertheim, Bad Mergentheim und Lauda-Königshofen, sowie einem in Tauberbischofsheim, dessen Träger der Caritasverband ist – informierte mich Wolfgang Pempe, Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Main-Tauber-Kreis, über die aktuelle Lage. Unterstützt wurde er von Volker Herm, Fachbereichsleiter der Tafeln des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis. Auch Guido Imhof, Abteilungsleiter Soziale Dienste bei der Caritas Tauberkreis, und Sylvia Hehn, Leiterin des Caritas-Tafelladens in Tauberbischofsheim, konnten die schwierige Versorgungslage während der Hochphase der Corona-Krise bestätigen. Für den Termin in den Räumlichkeiten des Tafelladens Lauda-Königshofen konnte ich ebenfalls den neuen Bürgermeister der Stadt, Dr. Lukas Braun, gewinnen, mit dem ich mich zuvor im Rathaus über die aktuelle Themen ausgetauscht hatte.

Da die insgesamt rund 170 ehrenamtlichen Mitarbeiter der vier Tafeln zu einem Großteil altersmäßig der Covid-19-Risikogruppe angehören, mussten ab Mitte März die Tafelläden schließen bzw. eine Zwangspause einlegen, wie Volker Herm erläuterte. Zudem seien zwischendurch die Lebensmittelspenden aus den Märkten rückläufig gewesen. Seit Ende April seien die Tafeln wieder geöffnet, wenn auch teilweise nur in einem Notbetrieb.

Als große Herausforderung gilt in der jetzigen Lage – neben einer ausreichenden personellen Besetzung – auch die Logistik in den Tafelläden. Denn auch hier gelten die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht. Aufgrund der rückläufigen Infektionszahlen hoffe man aber, den Regelbetrieb bald wieder aufnehmen zu können.

Ich halte die Tafelarbeit für enorm wichtig und kann die Devise der Tafeln - Menschen ermöglichen, Lebensmittel in Würde zu günstigen Preisen einkaufen zu können – nur unterstützen. Zudem wird dadurch verhindert, dass wertvolle und noch verzehrbare Lebensmittel einfach weggeworfen werden – in Deutschland sind das über elf Millionen Tonnen jährlich! Doch auch die Tafelläden finanzieren sich nicht von allein. Dies verdeutlichte insbesondere Wolfgang Pempe, der in diesem Zusammenhang stetige Grundkosten wie etwa für Miete, Nebenkosten und Fahrzeuge ansprach.

In einem Punkt waren wir uns alle einig: Ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen würde es die Tafeln nicht geben. Und auf die müsse man auch weiterhin zählen können, da man nach der Corona-Krise mit einem Kundenanstieg rechnen müsse. Die „soziale Schere“ sei dadurch noch größer als zuvor auseinander gegangen. Auch die Unterstützung von Unternehmen könnte durch wirtschaftliche Engpässe einbrechen, so die Vertreter der Tafelläden sorgenvoll.

Wir alle wissen, wie wertvoll die segensreiche Arbeit der Tafelläden ist. Deshalb möchte ich allen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Helfern meinen außerordentlicher Dank und Anerkennung aussprechen. Dass derartige Einrichtungen in einem Land, in dem eigentlich „Milch und Honig“ fließen, überhaupt notwendig sind, empfinde ich dennoch als sehr bedauerlich. Andererseits sind die Tafelläden auch echte „Lebensmittelretter“, deshalb werde ich sie auch in Zukunft mit aller Kraft unterstützen.