Faktencheck: Impfstrategie in der Corona-Pandemie

27.12.2020

Kurz vor Weihnachten erreichte uns eine wirklich hoffnungsfrohe Botschaft: Einer der Impfstoffe gegen das Corona-Virus ist einsatzbereit. Ab heute darf auch bei uns mit der Impfung begonnen werden. Impfen wird für uns der Weg aus der Pandemie sein. Deshalb musste die Planung und Prüfung gut vorbereitet werden. Unser Gesundheitsminister Jens Spahn hat von einer Notzulassung auf nationaler Ebene abgesehen und das europäische Zulassungsverfahren durch die Arzneimittelagentur EMA abgewartet. Zum einen konnte so die Wirksamkeit und Verträglichkeit des Impfstoffs erwiesen werden. Gerade im Hinblick auf die Impf-Skeptiker war dies aus meiner Sicht ein wichtiger Schritt. Zum anderen gab es auch solidarische Gründe: Durch die Freigabe der Agentur EMA können auch EU-Länder ohne eigene Arzneimittelprüfstelle den Impfstoff nun anwenden.

Wie bei anderen Krankheiten wie Pocken, Masern oder Polio geht es auch beim Corona-Impfstoff darum, Menschenleben zu retten und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern.

Da nicht genügend Impfdosen (zwei pro Person) für alle Menschen bereitstehen, die sich impfen lassen wollen, hat der Gesundheitsminister – auf Empfehlung der Ständigen Impfkommission - eine Priorisierung festgelegt. Danach sollen jetzt vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und Mitarbeiter von Einrichtungen für Alten- und Behindertenpflege sowie ambulante Pflegemitarbeiter geimpft werden. Hausärzte werden eine entsprechende Priorisierung über ein Attest ausstellen.

Die ersten Impfungen sollen mit der heutigen Zulassung vonstattengehen. Die Impfzentren und die mobilen Impfteams für Alten- und Pflegeheime haben die Länder bereits auf die Beine gestellt. Das Impfzentrum im Neckar-Odenwald-Kreis befindet sich in Mosbach und das Zentrum des Main-Tauber-Kreises in Bad Mergentheim.      

Neben dem Impfstoff von BioNTech wird es auch weitere geben. Allein in Deutschland forschen mit öffentlicher Förderung die Biotech-Unternehmen Curevac und IDT Biologika. Neben dem Impfstoff werden wir aber auch dringend ein Medikament gegen Covid-19 brauchen, um langfristig gut aus der Pandemie zu kommen.