Einführung von Corona-Tests für Reiserückkehrer

27.07.2020

Die aktuellen Infektionszahlen zeigen, dass die Corona-Pandemie nicht vorbei ist – ganz im Gegenteil. Aufgrund der ersten Rückreisewelle der Sommerurlauber und des zunehmenden Reiseverkehrs kommt es wieder zu aktuell steigenden Infektionszahlen. Daher wurde von den Gesundheitsministerinnen und -ministern von Bund und Ländern zunächst beschlossen, die Nationale Teststrategie durch den Bund so zu ergänzen, dass sich alle Reiserückkehrer binnen drei Tagen nach Einreise testen lassen können. Für Einreisende aus Risikogebieten sollen die Tests direkt an den Flughäfen angeboten werden. 

Diese Maßnahme wurde nun verschärft, denn in einer Schaltkonferenz mit den Gesundheitsministerinnen und -ministern der Bundesländer kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten künftig auf das Coronavirus testen lassen müssen. Damit soll verhindert werden, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und neue Infektionsketten auslösen. Die Verordnung zur Anpassung der Nationalen Teststrategie, die Reisekückkehrer aus Risikogebieten dazu verpflichtet, sich bei ihrer Einreise testen zu lassen, soll voraussichtlich in der ersten Augustwoche in Kraft treten. Grundlage der Regelung ist § 5 Abs. 2 Nr. 1e des Infektionsschutzgesetzes.

Da es sich bei den Tests jedoch nur um eine Momentaufnahme handelt, ist nach wie vor ein vernünftiges Verhalten und Wachsamkeit der Menschen unverzichtbar und dringend geboten. Nur so können wir es schaffen, eine zweite Welle zu vermeiden.

FAQs:

Bisherige Regelung

Reisende, die aus Risikogebieten zurückkehren, müssen in Deutschland in 14-tägige häusliche Quarantäne - sofern sie nicht einen negativen Corona-Test vorweisen können, der höchstens 48 Stunden alt ist. Zudem müssen sie sich bei ihrem Gesundheitsamt melden. Da aber fraglich ist, ob sich jeder an diese Regelung hält, wurden nun weitere Maßnahmen beschlossen.

Wer mit dem Flugzeug aus einem Risikogebiet zurückkehrt, soll sich noch am Flughafen auf das Coronavirus testen lassen können. Gleiches gilt für Einreisende an Seehäfen. Unklar ist allerdings noch, welche Möglichkeiten Reisende haben, die mit einem anderen Verkehrsmittel aus einem Risikogebiet einreisen.

Reisende, die aus Nicht-Risikogebieten nach Deutschland einreisen, sollen innerhalb von 72 Stunden nach ihrer Ankunft Tests in Anspruch nehmen können – jedoch nicht direkt am Flughafen, sondern beispielsweise in Arztpraxen.

Welche Länder zählen zu den Risikogebieten?

Laut Robert Koch Institut (RKI) gibt es weltweit rund 130 Staaten, die vom RKI als Risikogebiete eingestuft sind. Dazu gehören aktuell u.a. Ägypten, Israel, die Türkei, Südafrika und die USA. Die meisten europäischen Staaten zählen dagegen nicht zu den Risikogebieten.

Wie sollen die Corona-Tests ablaufen?

An Flughäfen sollen zentrale Teststellen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten eingerichtet werden. Unmittelbar nach ihrer Ankunft sollen die Rückkehrer gezielt von der Bundespolizei angesprochen und auf die Testmöglichkeit, die sofort umgesetzt werden kann, hingewiesen werden. Bis das Testergebnis vorliegt, müssen sich die Reisenden in häusliche Quarantäne begeben. Wenn das Testergebnis negativ ist, entfällt die sonst vorgeschriebene 14-tägige Quarantäne.

Fünf bis sieben Tage nach dem Einreise-Test ist aber ein Wiederholungstest sinnvoll, da das bisher vorliegende Testergebnis nur eine Momentaufnahme darstellt. Eigenverantwortliches Handeln ist hier gefragt.

An den Flughäfen in Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund haben die kostenlosen Corona-Tests für Urlaubs-Rückkehrer aus Risikogebieten bereits begonnen.

Gibt es eine Test-Pflicht?

Die Corona-Tests für Reiserückkehrer sind bisher noch freiwillig. Jedoch müssen sich Reisekückkehrer aus Risikogebieten mit in Kraft treten der Verordnung zur Anpassung der Nationalen Teststrategie voraussichtlich in der ersten Augustwoche künftig auf das Coronavirus testen lassen. Damit soll verhindert werden, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und neue Infektionsketten auslösen. Grundlage der Regelung ist § 5 Abs. 2 Nr. 1e des Infektionsschutzgesetzes.

Für die Umsetzung der Testpflicht sind die Länder zuständig.

Fest steht aber: Wer keinen Corona-Test macht und aus einem Risikogebiet einreist, muss sich weiterhin für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Wer trägt die Kosten für die Tests?

Für die Reisenden sind die Tests kostenlos. Wer genau und zu welchen Anteil die Kosten übernimmt, muss noch im Detail geregelt werden.

Weitere Maßnahmen

Egal, ob Reisende per Flugzeug, Schiff, Bahn oder Bus aus Risikogebieten anreisen, sollen diese auf einer sogenannten Aussteigekarte Kontaktmöglichkeiten und Mitreisende angeben. Zudem soll es nahe den Grenzen stichprobenartige Kontrollen mit Hilfe der Bundespolizei geben. Nahe der Grenze sollen außerdem Tafeln über Quarantäne und Testmöglichkeiten informieren.

Ab wann gelten die Regelungen?

Die neuen Regelungen gelten mit der Verordnung zur Anpassung der Nationalen Teststrategie, die voraussichtlich in der ersten Augustwoche in Kraft treten soll.