Eine Botschaft zu Verschwörungstheorien

24.05.2020

An den vergangenen Wochenenden kam es in mehreren deutschen Städten zu Demonstrationen – meist gegen Maßnahmen von Bund und Länder gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. Bei den Demonstrationen vermischen sich zwei Gruppen: auf der einen Seite sind Demokratiegegner aus dem linksradikalen und rechtsradikalen Milieu und Verschwörungstheoretiker – auf der anderen Seite nehmen aber auch Menschen teil, die verunsichert sind und sich fragen, ob die Corona-Maßnahmen gerechtfertigt sind.

Ich kann die Unzufriedenheit und Unsicherheit verstehen, die durch das Virus und die daraus resultierenden drastischen Einschnitte in unseren Alltag entstehen. Social Distancing, Home-Schooling und auch wirtschaftliche Unsicherheiten belasten uns alle. Diese Unzufriedenheit, aber auch das Bedürfnis nach Sicherheit in unsicheren Zeiten sind ein Nährboden für Verschwörungstheorien. Das Phänomen ist nicht neu, wird durch die Digitalisierung aber verstärkt. 

Das Recht auf freie Meinungsäußerung und Protest sind als kostbare Güter in unserer Demokratie im Grundgesetz verankert. Wer in der aktuellen Situation das Abnehmen eines Mundschutzes als Akt der persönlichen Freiheit ansieht, sollte bedenken, dass es immer auch um die Freiheit und den Schutz der anderen geht. 

Um die Entwicklung eines Impfstoffes und um das Corona-Virus generell sind zahlreiche Verschwörungstheorien aus dem links- und rechtsextremen Spektrum erblüht, die vor allem in sozialen Medien verbreitet werden. So unterschiedlich die Weltanschauungen dahinter auch sind, haben sie doch ein Ziel gemeinsam: Ein Angriff auf unsere freiheitliche Demokratie. Diese werden oft auch von Staaten verstärkt, die ein Interesse daran haben, westliche Demokratien in den Köpfen der Menschen zu diskreditieren. Indem sie sachliche Debatten willkürlich verzerren, wollen sie zeigen, dass Demokratien unfähig sind, mit Krisen umzugehen.

Demokratiegegner gibt es seit der Geburtsstunde unserer Demokratie. Unsere freie Lebensart ist kein Selbstläufer, wir müssen uns aktiv dafür stark machen und sie verteidigen. Dabei helfen auf Seiten des Staates Aufklärung und Transparenz. Aber auch jeder einzelne von uns trägt zum Schutze unserer Demokratie bei, indem wir mutig sind und solche Inhalte hinterfragen und die Quellen prüfen.

Wer sich näher zum Phänomen der Verschwörungstheorien informieren möchte, findet unter „mehr zum Thema“ einen ausführlichen Bericht der Landeszentrale für politische Bildung BW, der mir auch als Quelle gedient hat. Wer wissen möchte, wie man Quellen prüft und Falschmeldungen erkennt, kann sich auf der Seite www.sicher-im-netz.de informieren.

Gerade in Zeiten des Coronavirus ist es wichtig, dass Sie sich aktiv bei zuverlässigen Quellen informieren. Das stärkt das eigene Sicherheitsbedürfnis und schützt vor Falschmeldungen. Zudem gibt es aktuell viele berechtigte Fragen, auf die ich aus Zeitgründen leider nicht in jedem Fall eingehen kann - hier deshalb eine Auswahl an zuverlässigen Informationsquellen:

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