Antrittsbesuch bei Bürgermeister Johannes Leibold

20.06.2020

Eigentlich wollte ich dem neuen Bürgermeister von Großrinderfeld schon viel früher einen Besuch abstatten, jedoch gebot die Corona-Pandemie ein Aufschieben des Termins. Umso mehr habe ich mich nun darüber gefreut, den jungen Bürgermeister Johannes Leibold bei einem persönlichen Austausch im Rathaus sowie anschließendem Rundgang durch die Gemeinde kennenzulernen. Natürlich stand auch bei unserem Austausch vorerst die Corona-Krise im Mittelpunkt des Gesprächs. Dabei war es mir ein großes Anliegen, in Erfahrung zu bringen, welche Auswirkungen die Krise denn ganz konkret auf die Gemeinde hat.

Besuch des Unternehmens Feinkostmanufaktur Seubert GmbH
Am Praxisbeispiel der Feinkostmanufaktur Seubert GmbH haben wir uns als erstes bei unserem Rundgang durch die Gemeinde ein Bild davon machen können, wie sich die Corona-Krise auf Unternehmen im Gastronomiebereich auswirkt. Das prämierte Traditions- und Familienunternehmen, das Feinkostspezialitäten für die gehobene Gastronomie produziert, war erst im September 2019 in ihre neuen Produktionsräume in Gerchsheim umgezogen. Doch seit Anfang April hat die Firma Kurzarbeit anmelden müssen – betroffen waren hier knapp 80 Mitarbeiter. Geschäftsführer Marcus Seubert und Senior-Chef Walter Seubert hatten schwer mit dieser Situation zu kämpfen, dennoch sei man hoffnungsvoll und plane, ab Ende Juni wieder langsam mit der Produktion zu beginnen.

Wie wichtig gute Ernährung ist und welch hohen Stellenwert sie hat, hat sich meiner Meinung nach gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit gezeigt. Daher hoffe ich sehr, dass durch die Corona-Krise ein Umdenken stattfindet und Lebensmittel endlich wieder den Stellenwert in der Gesellschaft bekommen, den sie verdienen. Regional erzeugte Lebensmittel, die in Deutschland hergestellt werden können, sollten vor importierten Produkten stehen. Bei der gehobenen Gastronomie der Feinkostmanufaktur Seubert ist das sicher nicht immer so leicht umsetzbar, jedoch versicherte mir Marcus Seubert, dass auf Regionalität der Lebensmittel großen Wert gelegt werde. Umso wichtiger sei es, die Produktion wieder anlaufen zu lassen, damit das Unternehmen auch in Zukunft bestand hat. Ich freue mich, dass die Firma dabei auf die Unterstützung des Bundes zählen kann. Mit den Maßnahmen der Bundesregierung, die mit dem historischen Konjunkturpaket beschlossen wurden, hoffe ich, dass so Insolvenzen von Unternehmen größtenteils vermieden werden können.

Frostschäden und Trockenheit in der Landwirtschaft
Nach dem Betriebsbesuch eines Lebensmittel produzierenden Unternehmens begleitete uns das Thema Landwirtschaft weiterhin, denn im Anschluss ging es direkt raus ins Rapsfeld. Dort zeigte uns Saatzuchtexperte Gerhard Banzer die Auswirkung von Trockenheit und Frostschäden direkt vor Ort. Als Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft konnte ich ihm versichern, dass wir aktuell an diesem Punkt arbeiten und die Notwendigkeit von Hilfen erkannt haben.

Erweiterung der Kindertagesstätte in Gerchsheim
Zuletzt stand noch der Besuch der Kindertagesstätte in Gerchsheim auf unserer Agenda. Hier erläuterte mir Bürgermeister Leibold die Maßnahmen, die bereits seine Vorgängerin, Anette Schmidt, ergriffen hatte: Um dem Anspruch ausreichender Kindergartenplätze gerecht zu werden, die zudem auf Wunsch der Eltern Nahe der Dachsbergschule verortet seien sollten, wurde die Kindertagesstätte in Gerchsheim geschaffen. Dabei konnte ich mich davon überzeugen, dass der Umbau für das eigentliche Provisorium bereits weit fortgeschritten ist. Auch die Kinder würden sich in der neuen Umgebung sehr wohlfühlen, so der Bürgermeister. Besonders freute mich zu hören, dass aufgrund der erhöhten Nachfrage eine Erweiterung der Kinderkrippe oder eine ähnliche Nutzung angedacht sei. Die im Konjunkturpaket zusätzlich beschlossenen Finanzmittel von 1 Milliarde Euro, um den Kapazitätsausbau der Kindergärten, Kitas und Krippen zu fördern, kommen hier gerade richtig.

Solch Einblicke in die Gemeindeleben meines Wahlkreises sind mir enorm wichtig, denn dies ist der beste Weg, um Theorie und Praxis zusammen zu bringen und zu erfahren, wo aktuell der größte Handlungsbedarf herrscht. Ich danke Bürgermeister Leibold für unseren positiven Austausch und wünsche ihm für die Zukunft eine glückliche Hand.