Alois Gerig: „Unbezahlbar, was da für die Ewigkeit niedergeschrieben ist“ - Hirschlanden präsentiert Heimatbuch

29.11.2020

Am vergangenen Wochenende war ich mal wieder zu Gast in Hirschlanden – einem ganz speziellen Ortsteil von Rosenberg. Bereits im November 2007 – mit der Gründung des Rathaus-Museumvereins – hat die Dorfgemeinschaft in den öffentlichen Medien von sich hören lassen. Denn dieser betreibt die Museumsgaststätte der Kleinbrauerei Hirschbräu Hirschlanden, die das selbst produzierte Bier nur in dieser Gaststätte ausschenkt. Das Konzept dieses multifunktionalen Veranstaltungszentrums wurde von Ortsvorsteher Martin Herrmann im Jahr 2005 erarbeitet und dann in vielen ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden der Dorfbewohner im Oktober 2007 fertig umgesetzt. Das Rathaus-Museum Hirschlanden mit Hirschbräu wurde dann zu Recht im Jahr 2011 als eines der „Projekte mit Vorbildfunktion für Europa“ gewürdigt.

Und vor vier Jahren hat Hirschlanden sogar die Silbermedaille im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen. Bei der Preisverleihung auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Januar 2017 war ich höchst persönlich auf der Bühne dabei und konnte dem umtriebigen Ortsvorsteher Martin Herrmann samt Team für sein herausragendes Engagement gratulieren.

Nun stand das nächste Highlight an: die offizielle Präsentation des Heimatbuches Hirschlanden. Neben Ortsvorsteher Martin Herrmann wohnten der Buchpräsentation auch Bürgermeister Ralph Matousek, Landrat Dr. Achim Brötel, Chef-Autor Bernd Fischer sowie Heiko Bauer, Layouter und Chef der Druckerei, bei. Aufgrund der aktuellen Lage der Corona-Pandemie konnte leider nur ein kleiner Kreis an der Veranstaltung teilnehmen.

Das Heimatbuch kann sich wirklich sehen lassen, denn nicht nur aufgrund seiner zwei Kilogramm ist es ein gewichtiges Werk, sondern auch inhaltlich beleuchtet das Buch eine große Zeitspanne – von den anfänglichen Erwähnungen des Dorfes bis in die heutige Gegenwart.

Die Idee zu einem Heimatbuch gab es bereits in den 1930er Jahren als der pensionierte, in Hirschlanden geborene Gymnasialprofessor Karl Seyfried an einem Manuskript über die Dorfhistorie arbeitete. Alleine am Geld für eine Veröffentlichung scheiterte diese Idee. Das Manuskript von Seyfried musste zwar komplett überarbeitet werden, so Ortsvorsteher Herrmann, dennoch war es eine ideale Fundgrube für ihn, der das Projekt „Heimatbuch“ zusammen mit Heimatforscher Bernd Fischer aus Einbach und weiteren engagierten Hirschlandenern im Jahr 2014 anging.

Nach sechs Jahren intensiver Arbeit für das Autoren-Team liegt das umfassende Werk, das die wichtigsten Facetten der dörflichen Entwicklung und Gemeinschaft beleuchtet, nun endlich vor. Die ausgeprägte Tiefe und Breite, die das Werk aufweist, zeigt, wieviel Herzblut die Dorfgemeinschaft hier investiert hat. Es ist unbezahlbar, was da für die Ewigkeit niedergeschrieben worden ist. Die Hirschlandener können wirklich stolz auf das Buch und ihr Dorf sein! Ich bin es allemal.

Hintergrund
Das großformatige, reich illustrierte Heimatbuch „Hirschlanden im Bauland“ hat 552 Seiten und erscheint in einer Auflage von 615 Exemplaren. Herausgeber ist die Ortschaftsverwaltung Hirschlanden.

Die Projekt-Organisation von der Idee bis zur Umsetzung lag bei Martin Herrmann, der zusammen mit Bernd Fischer für die Redaktion verantwortlich zeichnet. Layout und Druck hat die Druckerei Henn und Bauer, Limbach, übernommen. Durch Spenden wurde der Preis auf 27 Euro gesenkt.

Das Heimatbuch und Informationen dazu gibt es bei Ortsvorsteher Herrmann, Steige 1, Hirschlanden, Telefon 06295/7159. Es gibt mehrere Verkaufs-Abende im Dorfgemeinschaftshaus am 30. November sowie am 2. und 4. Dezember, zwischen 18 und 20 Uhr. Vor der Abholung ist eine telefonische Anmeldung (06295/7159) erforderlich, um eine Uhrzeit zu vereinbaren. Ziel ist es, Ansammlungen zu verhindern.