Alois Gerig: „Euer Engagement ist lebenswichtig!“ – Feedback-Gespräch mit DRK-Funktionären aus der Region und DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt

19.01.2021

Seit Pandemiebeginn leisten die Rettungsdienste einen enormen Beitrag zur Bewältigung der Pandemiesituation. Dabei stehen die Einsatzkräfte tagtäglich unter extremer Belastung. In einer Videokonferenz mit den DRK-Kreisverbänden und –Ortsvereinen aus dem Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis wollte ich den haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften meinen herzlichen Dank und meine Anerkennung aussprechen, insbesondere aber in einem gemeinsamen Austausch einmal nachhaken, welche Erfahrungen unsere regionalen DRK-Kreisverbände und –Ortsvereine gemacht haben, welche Maßnahmen bisher gut griffen und wo das DRK als direkter Akteur vor Ort Verbesserungsansätze sieht. Besonders gefreut habe ich mich über die Zusage der Präsidentin des Bundesverbandes des Deutschen Roten Kreuzes, meine ehemalige Kollegin, Gerda Hasselfeldt, die ich als Ehrengast für dieses digitale Feedback-Gespräch gewinnen konnte.

Als direkt Betroffene erzählte Gerda Hasselfeldt zunächst von ihrer eigenen Erkrankung in der ersten Welle der Pandemie und lobte die umfassende und gute Betreuung durch das DRK während der Fahrt ins Krankenhaus. Auch vor Ort habe sie erlebt, unter welchen Bedingungen der Rettungsdienst seinen anspruchsvollen Arbeitstag tagtäglich bestreitet. Daneben beantwortete die DRK-Präsidentin Fragen der ca. 25 zugeschalteten DRK-Funktionsträger, machte Mut und nahm Anregungen mit, wo die Impfungen schneller erfolgen können und weniger Bürokratie möglich wäre.

Gerade beim Impfen gäbe es noch Spielraum, was den Verbesserungsbedarf angehe. Die Abläufe seien zu aufwändig, wie Thomas Haak, Präsident des DRK-Kreisverbandes Bad Mergentheim und Facharzt für Innere Medizin, ausführte. Und auch an der durch die Bundespolitik beschlossenen Impfstrategie gab es Kritik, da die Ehrenamtlichen aus den Helfer-vor-Ort-Gruppen erst als Priorität drei oder vier an die Reihe kämen. Auch die anfangs fehlende Schutzausrüstung, die aber mittlerweile vorhanden sei, und die Ausklammerung der Rettungskräfte bei der Auszahlung des Corona-Bonus für Pflegekräfte waren Gesprächsthemen - beides allerdings Themen, die eindeutig eine Angelegenheit der Länder sind. Angesprochen wurde ebenfalls die Vorhaltung und Resilienz seitens des DRK, die – so hat es sich in der derzeitigen Pandemiesituation gezeigt – von großer Dringlichkeit sei. Hier werden bereits Konzepte einer Nationalen Betreuungsreserve entwickelt, wie Gerda Hasselfeldt bestätigte.

Dieses Feedback-Gespräch war mir besonders wichtig, denn als politischer Entscheidungsträger kann ich die geforderten Verbesserungen direkt an meine zuständigen Kollegen weitergeben. Ich bin davon überzeugt, dass die politischen Entscheidungen, die bisher getroffen wurden – und da stimme ich der DRK-Präsidentin zu – der richtige Weg sind. Ich hoffe sehr, dass wir in den kommenden Monaten mit Hilfe der Impfstoffe die Pandemie in den Griff bekommen.

Eines steht auf jeden Fall fest: Gerade im Ländlichen Raum geht es nicht ohne die vielfältige ehrenamtliche Hilfe und unsere Helfer vom DRK in den Kreisverbänden vor Ort. Euer Engagement ist lebenswichtig!