Alois Gerig: „Die IGW ist ein wichtiger Marktplatz“

01.02.2019

Das erste Highlight im politischen Berlin – die Internationale Grüne Woche (IGW) – liegt bereits erfolgreich hinter mir und hat sich wieder einmal als agrarpolitischer Treffpunkt der Welt gezeigt. Für mich selbstverständlich ein absoluter Pflichttermin in meinem Terminkalender.

In thematisch unterschiedlich festgelegten Rundgängen – mit Mitgliedern der Arbeitsgruppe Landwirtschaft und Ernährung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sowie des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages, den ich als Vorsitzender leitete – konnte ich mich über die Innovationen und die Zukunft im Bereich Landwirtschaft und Ernährung informieren. In einem privaten Rundgang besuchte ich dann noch einmal die Messestände unterschiedlicher Unternehmen aus meiner Heimat.

Immer wieder bin ich davon begeistert, wieviel Aufwand die einzelnen Bundesländer in ihren Hallen mit den verschiedenen Ständen betreiben. Die IGW ist ein wichtiger Marktplatz, auf dem die touristischen Reize und vielen tollen Angebote nur hinausgetragen werden müssen. Hier haben auch die manchmal nicht so bekannten ländlichen Regionen Deutschlands die Gelegenheit, sich einmal in ihrer vollen Größe zu zeigen.

In meinem Rundgang mit dem Bundestagsausschuss haben wir uns grundsätzlich mit den Zukunftsfragen im Bereich Landwirtschaft und Ernährung befasst, wie z.B. Breitbandanschlüsse, Big Data und digitalisierter Kuhstall. Zusammen mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner führte uns der Weg in die Halle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. „Die Digitalisierung wird die Landwirte der Zukunft herausfordern", sagte sie mit Blick auf die stetig steigenden Anforderungen an die Ausbildung im Agrarsektor. Die Branche setze massiv auf Innovationen, die eine ständige Weiterbildung erfordern würde. Die Landwirtschaftsministerin zog darüber hinaus ein positives Fazit unter dem Aspekt von Neugründungen. Es gebe viele Start-ups im Bereich der Ernährung und Landwirtschaft. „In dieser Hinsicht wachsen Stadt und Land zusammen", sagte sie.

Im weiteren Verlauf des Rundgangs befassten wir uns mit Nachhaltigkeitskonzepten im Gartenbau und in der Forstwirtschaft. Hier sprachen wir mit Vertretern des Zentralverbandes Gartenbaus (ZVG), die u.a. ihre Vorschläge zur Begrünung von Städten zur Verbesserung des Mikroklimas in heißen Sommern vorstellten. Der Deutsche Forstwirtschaftsrat informierte dagegen über klimaneutrales Bauen mit Holz. Thema waren hier natürlich auch die Folgen von Stürmen und massiver Trockenheit, die in den vergangenen zwei Jahren in den Wäldern zu großen Schäden geführt haben. Durch das Überangebot von Nadelholz auf dem Markt, ist kaum noch ein Verkauf zu fairen Preisen möglich.

Auch die Wolfsproblematik, mit der sich mein Ausschuss schon intensiv befasst hat, konnten wir in meinem Ausschussrundgang beleuchten. Die Weidetierhalter machten uns darauf aufmerksam, dass die sich immer weiter erfolgreich ausbreitenden Wölfe die freie Weidetierhaltung erschweren würde. Herdenschutzhunde und Herdenschutzzäune könnten dabei keinen ausreichenden Schutz garantieren. Hier war es mir besonders wichtig, den Weidetierhaltern unsere Unterstützung zuzusagen, denn wir wollen der Weidetierhaltung in Deutschland weiterhin eine Zukunft zu geben.

Alles in allem waren es wieder zwei sehr interessante Wochen auf der Weltleitmesse für Ernährung und Landwirtschaft, die mir für meine politische Arbeit viel Input gegeben haben.