„Wo Landwirtschaft zur Leidenschaft wird“ – Besuch des Obstbaubetriebs Gätschenberger in Billigheim-Katzental

09.08.2017

„Ich möchte mir vor Ort anschauen, wo Politik gebraucht wird und wo sie helfen kann, aber auch wo sie sich besser raushält“, so der Bundestagsabgeordnete Alois Gerig beim Besuch des Obstbaubetriebs Gätschenberger in Billigheim-Katzental. Im Rahmen der Sommertour des Ministers für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, begleiteten auch MdB Alois Gerig und Landrat Dr. Achim Brötel die Stationen des Ministers. Vor Ort begrüßten sie dabei auch Vertreter des Billigheimer Gemeinderats um Bürgermeister Martin Diblik sowie den CDU-Vorsitzenden Mischa Waldherr.


„Wir bewirtschaften rund 300 Hektar Fläche. Davon 170 für den Obstbau und 130 Hektar für den Ackerbau“, stellten Arno und Udo Gätschenberger ihren Betrieb vor. Der Schwerpunkt des Unternehmens liege heute aber klar auf dem Obstbereich: Äpfel, Birnen, Süßkirschen, Sauerkirschen, Mirabellen und Zwetschgen. Beim Rundgang zeigten die beiden Geschäftsführer auf, wie sich der Betrieb kontinuierlich weiterentwickelt hat und heute 30 feste Arbeitsplätze bietet. Ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens sei auch die moderne lasergesteuerte Apfelsortieranlage sowie die eigens angefertigte Maschine zur Fertigung von entkernten Apfelscheiben und getrockneten Apfelchips.


Im Gespräch über die aktuellen Herausforderungen wurde klar, dass die zunehmenden klimatischen Extreme viel von den Landwirten abverlangten. War es ein Jahr zuvor noch die extreme Trockenheit, ist es in diesem Jahr der späte Frost, der einen Großteil der Ernte zerstörte. Auch die Kirschessigfliege sei als einer der Hauptschädlinge ein akutes Problem. Wahlkreisabgeordneter Alois Gerig erkundigte sich bei den Obstbauern, inwiefern eine Ausweitung der Versicherungsmöglichkeiten bei Ernteausfällen in Zusammenhang mit den diesjährigen Frostschäden in Betracht käme. Dabei wurde deutlich, dass die Versicherung oft ein Nullsummenspiel für die Betriebe sei, da nicht alle Ausfälle abzudecken sind. Vielmehr sähen die Geschäftsführer eine Lösung darin, steuerlich vergünstigte Rücklagen bilden zu können, auf die dann im Falle eines Ernteausfalls zurückgegriffen werden könne. Diese Risikoabsicherung sei gerade auch im Hinblick auf die soziale Verantwortung als Arbeitgeber eine wichtige Komponente.


„Die Brüder Gätschenberger zeigen, dass Landwirtschaft auch Leidenschaft ist und wie wichtig regionale Vermarktung und Wertschöpfung ist. Mit der Politik des Landes unterstützen wir diesen Kurs nachhaltig. Denn es kommt darauf an, den Käufern die Vorteile der regionalen Erzeugnisse nahe zu bringen und dadurch auch insgesamt zu einer bewussteren Kaufentscheidung zu bewegen“, unterstrich Minister Peter Hauk. Angesichts der Bodenbedingungen in Odenwald und Bauland seien die Quantität und vor allem die Qualität der Produkte umso beachtlicher.