Rege Diskussion beim Forst-Fachgespräch mit Minister Peter Hauk

23.06.2017

Der Forst in Baden-Württemberg steht vor Veränderungen: Das Bundeskartellamt sieht den Wettbewerb auf dem Holzmarkt gefährdet und hat dem Land Baden-Württemberg untersagt, den Holzeinschlag aus Landes-, Kommunal- und Privatwald gebündelt zu vermarkten. Viele Waldbesitzer sehen nun mit Sorge, dass das Dienstleistungsangebot der Forstämter stark eingeschränkt werden könnte.

Die ungewisse Lage nahm Alois Gerig zum Anlass, Waldbesitzer, Förster, Bürgermeister sowie Vertreter von Forstbetriebsgemeinschaften aus dem Main-Tauber- und dem Neckar-Odenwald-Kreis zu einem Fachgespräch einzuladen. Bei dem Meinungsaustausch in der Hardheimer Wolfsgrubenhütte erläuterte der baden-württembergische Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, die Pläne der Landesregierung.

Alois Gerig, forstpolitischer Sprecher CDU/CSU, machte deutlich, dass er sich bei der jüngsten Änderung des Bundeswaldgesetzes für Lösungen eingesetzt hat: „Die Gesetzesänderung schafft den rechtlichen Rahmen dafür, dass die Länder das Angebot an staatlichen Forstdienstleistungen weiter aufrechterhalten können.“

Mit der Bundeswaldgesetz-Änderung wurde auch klargestellt, dass bei der Holzvermarktung einzelne Anbieter keine marktbeherrschende Stellung innehaben dürfen – auch nicht das Land Baden-Württemberg. Peter Hauk erklärte, dass nun Umstrukturierungen auf die Forstverwaltung zukommen. „Unser Ziel ist es, dass sich für Privatwaldbesitzer und Forstbetriebsgemeinschaften möglichst wenig ändert“, betonte der Minister.

Bis Juli will die Landesregierung Eckpunkte für neue Forststrukturen in Baden-Württemberg vorlegen. Es zeichnet sich ab, dass die Reform mehr Wettbewerb unter Forstdienstleistern bringen wird. Zudem könnte für Kleinwaldbesitzer eine gesonderte Förderung eingeführt werden, damit sie auch zukünftig ihren Wald bewirtschaften und zur Holzgewinnung beitragen.

Die Forstpolitiker Alois Gerig und Peter Hauk gewannen bei der regen Diskussion mit rund 60 Praktikern wertvolle Erkenntnisse. In der Zielsetzung sind sich die beiden einig: Auch in Zukunft sollen unsere Wälder flächendeckend und nachhaltig bewirtschaftet werden und Kleinwaldbesitzer Zugang zum Holzmarkt erhalten.