Integrierte Rettungsleitstelle Mosbach – Vor-Ort-Gespräch mit Politikern

07.09.2017

Flammende Appelle und gute Argumente für den Erhalt der integrierten Leitstelle des Neckar-Odenwald-Kreises präsentierten Kommunalpolitiker aus Stadt und Kreis sowie Vertreter der DRK-Kreisverbände Mosbach und Buchen dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und Landesinnenminister Thomas Strobl beim Vor-Ort-Termin in Mosbach.

Auf Einladung des Wahlkreisabgeordneten Alois Gerig war er nach Mosbach gekommen, um sich die Leitstelle anzusehen und sich über den Stand der Strukturreform der Leitstellen zu informieren. Dabei machte Thomas Strobl deutlich: „Wir sind in einem ergebnisoffenen Prozess“ für den man sich ausreichend Zeit nehme. Als Partei, die im Grundsatz Zentralisierungen ablehnend gegenüber stehe, stellte er klar: „Mein Ziel ist keinesfalls die Einrichtung von Großleitstellen. Aber das ist kein Versprechen.“ Ein Versprechen sei es hingegen, den Erfordernissen des ländlichen Raums Beachtung zu schenken. „Baden-Württemberg hat mehr ländlichen Raum als Ballungsgebiet, dem müssen wir natürlich Rechnung tragen.“

Die DRK-Kreisverbandspräsidenten Gerhard Lauth und Roland Burger sowie Landrat Dr. Achim Brötel, Mosbachs Bürgermeister Michael Keilbach und Alois Gerig appellierten nach einem Rundgang in der Leitstelle an den Innenminister: „Wir möchten unbedingt, dass unsere Leitstelle erhalten bleibt!“ Denn die kleine, lebendige Einheit punkte mit Ortskenntnis und Effektivität, und das bedeute am Ende einen Zeitgewinn, der Menschenleben retten kann. „Auf dem Land darf es zu keiner medizinischen Versorgung zweiter Klasse kommen“, betonte Alois Gerig. „Für uns ist der Erhalt der Leitstelle tatsächlich ein kardinales Thema, daher haben wir bereits auf verschiedensten politischen Ebenen Resolutionen verabschiedet“, so der Bundestagsabgeordnete.

Dass die Integrierte Rettungsleitstelle und die Zusammenarbeit mit den Blaulichtorganisationen so gut funktionieren, freue Thomas Strobl. Für ihn gelte es, Funktionierendes immer ein bisschen besser zu machen. Auch im Hinblick auf die Cyberkriminalität sei die Überprüfung und Überarbeitung der bisherigen Struktur nötig, so der Minister, der sich auch für das Thema Digitales verantwortlich zeigt. Besonders die Leitstellen, bei denen im Notfall alles zusammen laufe, seien diesbezüglich zu stärken. Aber auch hier gelte: „Nicht in der großen Einheit liegt der Segen“, so Thomas Strobl.

Wahlkreisabgeordneter Alois Gerig dankte abschließend dem Minister für das offene Gespräch und betonte: „Wir werden weiter am Ball bleiben und uns für unsere Leitstelle stark machen!“