Brennsaisoneröffnung in Beckstein – „Brenner bewahren ein besonderes Stück Heimat“

07.11.2016

Auch in diesem Jahr hieß es wieder: „Beckstein brennt“. Und somit herrschte mit der Brennsaisoneröffnung im Wein- und Erholungsort Beckstein erneut der Ausnahmezustand. Bereits zum elften Mal eröffnete der Verband Badischer Klein- und Obstbrenner, Bezirk Neckar-Tauber, unter dem längst bewährten Motto „Beckstein brennt“ offiziell seine neue Saison. Insgesamt acht lokale Brennereien, die auch bei dem traditionellen Rundgang als beliebte Anlaufstationen dienten, beteiligten sich neben der Präsentation von drei auswärtigen Kollegen im Dorfgemeinschaftshaus an der bekannten Veranstaltung, zu der die Verantwortlichen am späten Nachmittag eine allemal zufriedene Bilanz zogen.

Denn der angebotene hochgeistige Genuss stieß auch in diesem Jahr auf eine hochprozentige Resonanz. Mehr als tausend Besucher aus der gesamten Umgebung beließen es nicht nur beim Schauen und Probieren, sondern kauften auch kräftig ein. „Natürlich geht es nicht nur darum, die Bedeutung der Streuobstbestände vor Augen zu führen – ebenso spielt der wirtschaftliche Nutzen eine nicht unerhebliche Rolle“, bekannten sich die Aussteller.

„Beckstein brennt“ habe sich längst zu einer festen Größe im Kalender entwickelt, verwies der Vorsitzende des Bezirkes Neckar-Tauber, Dieter Braun. So war auch die frisch gewählte Destillatkönigin von Nord-Württemberg, Anna Schleicher, zugegen, die neben der Wertschätzung für die Brenner sowie den Erhalt der Tradition ihre Hauptaufgabe darin sehe, den Bekanntheitsgrad der speziellen Tropfen weiter zu steigern.

Wahlkreisabgeordneter und Bundesvorsitzender der Klein- und Obstbrenner, Alois Gerig, stellte in seiner Ansprache heraus, dass bei dieser Veranstaltung nicht die Produktion von Alkohol im Vordergrund stehe, sondern der Erhalt der bunten, vielfältigen Kulturlandschaft. „Als Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft ist mir dieser Erhalt besonders wichtig. Die Brenner tragen mit der Bewirtschaftung ihrer Streuobstwiesen dazu bei, ein besonderes Stück Heimat zu bewahren. Mit jedem Schluck dieser edlen Destillate und Liköre kann man ein Stück Heimat genießen“, lobte Alois Gerig. „Nachdem das Branntwein-Monopol nach mehrfacher Verlängerung bekanntlich Ende 2017 ausläuft, gilt es daher, die Selbstvermarktung noch verstärkter in die eigene Hand zu nehmen“, forderte der Bundesvorsitzende abschließend mit dem Appell an alle Brenner und hielt sie an, weiter durchzuhalten.