Alois Gerig zu Gesprächen in Moskau – „Mit Russland im Dialog bleiben“

24.10.2016

Deutschland und Russland haben ihren Dialog in agrarpolitischen Fragen vertieft. Mitte Oktober führte eine Delegation des Bundestagsausschusses für Ernährung und Landwirtschaft unter Leitung des Wahlkreisabgeordneten Alois Gerig in Moskau politische Gespräche mit hochrangigen russischen Agrarpolitikern.

„In der jetzigen schwierigen Situation müssen unsere Länder miteinander im Dialog bleiben“, erklärte der Ausschussvorsitzende Alois Gerig mit Blick auf die angespannte „politische Großwetterlage“. Bei aller berechtigten Kritik an der russischen Regierung biete die Agrarpolitik nach wie vor zahlreiche sinnvolle Kooperationsfelder. Im Mittelpunkt des Besuchs standen Gespräche in der Staatsduma und im Föderationsrat.

Ein wichtiges Thema der Gespräche waren die Handelsbeziehungen, die derzeit stark belastet sind. Ursache hierfür sind die EU-Sanktionen in Folge des Ukraine-Konflikts sowie das russische Embargo gegen europäische Agrarprodukte. Die EU werde ihre Sanktionen zurücknehmen, wenn der Minsker Friedensplan umgesetzt werde, betonte Alois Gerig. Beide Seiten bekundeten ihren festen Willen, die wirtschaftlichen Beziehungen wieder zu verbessern.

In den Gesprächen bestand große Einigkeit, die Zusammenarbeit in der Agrar-, Ernährungs- und Forstwirtschaft auszubauen. „Die Gespräche ergaben zahlreiche Ansätze, die Kooperation zu vertiefen – insbesondere beim Wissenstransfer, der Ausbildungsförderung sowie im Ökolandbau“, so das positive Fazit von Alois Gerig. Der Ausschussvorsitzende, der die deutsche Delegation leitete, lobte die sehr konstruktive, offene und freundliche Gesprächsatmosphäre.

Derzeit macht der russische Agrar- und Forstsektor große Fortschritte – zahlreiche Betriebe haben nach wie vor großes Interesse an Agrar- und Forsttechnik aus Deutschland. In der Milchproduktion besteht ein Defizit von sieben Millionen Tonnen pro Jahr. „Russland ist und bleibt ein wichtiger Markt für Agrargüter – deshalb sollten schnellstmöglich die Voraussetzungen geschaffen werden, die Handelsbarrieren wieder abzubauen“, hob Alois Gerig hervor.

Auch die globalen Herausforderungen kamen zur Sprache: Die russischen und deutschen Agrarpolitiker waren sich einig, dass die Sicherung der Welternährung stärkere Anstrengungen erfordere. Da die Weltbevölkerung weiter zunehmen werde, müsse die Bekämpfung des Hungers einen höheren Stellenwert in der internationalen Politik erhalten.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sprachen darüber hinaus mit dem Vorsitzenden des Verbandes der russischen Milcherzeuger sowie mit Vertretern deutscher politischer Stiftungen. Zum Abschluss des Besuches wurde die Sowchose „Lenin“, ein moderner Agrarbetrieb nahe Moskau, besucht.