Alois Gerig im Fachgespräch mit Nachhaltigkeitsexperte Klaus Töpfer: Stabilität in der Welt zukünftig noch entscheidender

14.07.2017

Auf Einladung des Wahlkreisabgeordneten Alois Gerig besichtigte der ehemaligen Bundesumweltminister Prof. Dr. Klaus Töpfer das Naturwärmekraftwerk in Bad Mergentheim. Beeindruckt zeigte sich der Nachhaltigkeitsexperte von dem hochgesteckten Ziel der Stadtwerk-Geschäftsführer Paul Gehrig und Dr. Norbert Schön: Bis 2020 soll die Hälfte des im eigenen Netz benötigten Stroms regenerativ erzeugt werden (Stand 2017: 43 Prozent) – ein deutlich höheres Ziel als von der Bundesregierung vorgegeben.

Nach der Besichtigung des mit naturbelassenen Holzhackschnitzel betriebenen Kraftwerks sprach Prof. Töpfer vor zahlreichen Besuchern über das Thema „Wirtschaftliche Stabilität und Nachhaltigkeit – Deutschland in einer Welt mit bald neun Milliarden Einwohnern“. Laut der Prognosen des Experten wird die Weltbevölkerung bis Mitte des Jahrhunderts auf 9 Milliarden Menschen anwachsen. Deutschland sei dabei eines der Länder mit relevant abnehmender Bevölkerung. Ballungsregionen sehe Klaus Töpfer vor allem in Indien und Afrika.

Danach zeigte der Nachhaltigkeitsexperte anschaulich die ungleiche Einkommensverteilung anhand des Nord-Süd-Gefälles von Norwegen – mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 100.000 Euro - bis Kenia (1.000 Euro). Die weiteren zahlreichen Beispiele verdeutlichten, mit welchen Herausforderungen die Weltbevölkerung im Hinblick auf Stabilität konfrontiert werde.

Alois Gerig unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit der Entwicklungshilfe in Afrika: „Fluchtursachen lassen sich nur durch Investitionen in die dortige Wirtschaft abbauen. Der vom Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, angestrebte Marshallplan für Afrika ist ein wichtiger Schritt zu einer weltweiten Stabilität“. Zu diesem Thema werde der Entwicklungsminister Müller auch zu einem Besuch am 31. August in Tauberbischofsheim erwartet.