Alois Gerig: „Gerne würde ich mich wieder für unsere liebenswerte Region engagieren“

19.09.2016

Bereits in ihrem Pressebericht vom 15. September berichteten die Fränkischen Nachrichten über den Wunsch einer erneuten Kandidatur von Wahlkreisabgeordneten Alois Gerig, der als Direktkandidat seit 2009 den Wahlkreis Odenwald-Tauber im Deutschen Bundestag vertritt. Den vollständigen Presseartikel finden Sie hier.

Auf Anfrage der FN-Redakteurin Sabine Holroyd gab Alois Gerig in einem Telefon-Interview eine Stellungnahme ab, warum er seine Arbeit in der kommenden Wahlperiode fortsetzen möchte.

Sabine Holroyd: Herr Gerig, Sie wollen trotz des Vorschlagsrechts, das im nächsten Jahr beim CDU-Kreisverband Main-Tauber liegt, im nächsten Jahr wieder als Mitglied des Kreisverbands Neckar-Odenwald für den Bundestag kandidieren.

Alois Gerig: Ja, das habe ich in der Zeitung gelesen (lacht). Was da geschrieben wurde, ist korrekt. Ich respektiere selbstverständlich das Vorschlagsrecht der CDU Main-Tauber und hoffe, dass der dortige Kreisvorstand und die Delegierten mich in der Nominierungsversammlung erneut mittragen.

Mir haben Parteifreunde aus dem Main-Tauber-Kreis immer wieder gesagt: „Wenn Du einen guten Job machst, könnten wir Dich auch für 2017 vorschlagen.“ In den vergangenen Monaten habe ich viel Zuspruch von unseren Mitgliedern und Vorständen erhalten – auch aus dem Main-Tauber-Kreis.

Dies hat mich beflügelt, meine Bereitschaft für eine erneute Kandidatur zu erklären. Keinesfalls möchte ich frühere Rivalitäten zwischen den beiden Kreisverbänden aufbrechen. Ich bin friedliebend und durfte sehr davon profitieren, dass mich die Parteibasis stets sehr gut unterstützt und getragen hat. Mir ist es wichtig, dass wir im Konsens die Nominierung über die Bühne bringen. Das wünsche ich mir sehr und ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.

Holroyd: Sie arbeiten ja auch nicht gerade wenig, hört man immer wieder.

Gerig: Ich habe noch nie die Arbeit gescheut. Meine Heimat liegt mir am Herzen – es freut und motiviert mich, etwas für unser Land und unsere Region zu bewegen. Die guten Wahlergebnisse 2009 und 2013 sind für mich Verpflichtung, vollen Einsatz zu bringen.

Natürlich habe ich mich mit meiner Familie zusammengesetzt und überlegt, ob ich weiter machen sollte – es gab grünes Licht. Ich habe das große Glück, dass meine Frau mir den Rücken freihält. Sie unterstützt und begleitet mich, wo immer sie kann. Meine drei Kinder sind erwachsen. Unser Sohn führt den Bauernhof, so dass ich durchaus abkömmlich bin.

Holroyd: Das müssen Sie dann auch sein.

Gerig: Das stimmt – meistens ist der Terminkalender gut gefüllt. Rund die Hälfte des Jahres sind Sitzungswochen des Bundestages, in der anderen Hälfte bin ich in meinem Wahlkreis unterwegs.

Sitzungswoche heißt Präsenzpflicht in Berlin. Glücklicherweise war ich bisher nie krank. In den sieben Jahren, in denen ich dem Bundestag angehöre, befand ich mich nur ein einziges Mal während einer Sitzungswoche im Wahlkreis – an jenem Tag im Mai 2014, an dem Kanzlerin Angela Merkel in Tauberbischofsheim sprach.

Holroyd: Wie haben Sie den „Polit-Zirkus“ in Berlin bisher kennengelernt? Man hat ja als „Normalbürger“ keine Vorstellung davon, was einen erwartet, oder?

Gerig: Als Quereinsteiger mit einem Leben vor der Politik war für mich in der Tat anfangs Vieles neu. Schnell wurde mir klar, dass man im hektischen Berliner Polit-Zirkus kühlen Kopf bewahren sollte.

Die guten Wahlkreisergebnisse gaben mir stets Rückenwind und öffneten so manche Tür. Bei meiner ersten Fraktionssitzung als MdB hat mich der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder persönlich der Kanzlerin als „der Stimmenkönig aus Baden-Württemberg“ vorgestellt. Dies hat mir den Einstieg erleichtert.

Als Landwirt und ehemaliger Maschinenring-Geschäftsführer ist es mir schnell gelungen, in der großen Politik Fuß zu fassen. 2011 wählte mich die CDU/CSU zu ihrem Obmann im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft. Besonders stolz bin ich darauf, dass mir im Januar 2015 der Vorsitz dieses wichtigen Ausschusses anvertraut wurde. In diesem Amt setze ich mich für ein faires Miteinander von Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft und Verbrauchern ein.

Holroyd: Wie stehen denn die Chancen, dass Sie nach einer Wiederwahl diesen Posten als Ausschussvorsitzender erneut bekommen?

Gerig: Die Ämter der Ausschussvorsitzenden werden unter den Fraktionen gemäß dem Wahlergebnis verteilt. Ich erwarte, dass die CDU wieder den Ausschussvorsitz für Ernährung und Landwirtschaft anstrebt – so kann sie ihren Anspruch untermauern, die Partei des ländlichen Raums zu sein. Es besteht also durchaus die Chance.

Holroyd: Sie hätten also nichts dagegen?

Gerig: Das will ich nicht verhehlen. Denn im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft werden wichtige Weichenstellungen für den ländlichen Raum vorgenommen. Der Ausschuss sorgt im Bundestag mit dafür, dass die Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land auf der Tagesordnung bleibt – beispielsweise bei Bildung, Verkehr, Gesundheitsversorgung und Breitbandausbau. In diesem Ausschuss kann ich daran mitarbeiten, dass nachhaltige Lösungen für unsere Region zustande kommen.

Holroyd: Sie leben ja eigentlich zwei Leben. Sie haben einerseits Ihr Zuhause in ländlicher Umgebung in Höpfingen, lieben die Arbeit im Stall. Andererseits sind Sie sehr oft in der Hauptstadt Berlin, wo Sie Politik mitgestalten – hört sich das nur so spannend an oder ist es auch so?

Gerig: Das ist es auf jeden Fall. Allerdings komme ich nur selten zur Stallarbeit. Wenn keine Sitzungen des Bundestages sind, bin ich sehr viel im Wahlkreis unterwegs und führe vor Ort mit Bürgern, Kommunalpolitikern, Vereinen, Unternehmen sowie mit kirchlichen und sozialen Einrichtungen Gespräche. Damit ich mich in Berlin für die Interessen unserer Region einsetzen kann, muss ich wissen, wo daheim der Schuh drückt.

Trotz aller Sorgen, die ich so zu hören bekomme, bin ich immer wieder vom Engagement, Einfallsreichtum und Zusammenhalt der Menschen beeindruckt. Gerne würde ich mich auch nach der nächsten Bundestagswahl in Berlin für unsere liebenswerte Region engagieren.