Alois Gerig: „Die Wertschätzung der Lebensmittel geht zunehmend verloren“

26.04.2016

Als Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft sprach Alois Gerig MdB als Gastredner beim Kreisbauerntag Göppingen. In seinem Vortrag zum Thema ‚Zukunftsperspektiven unserer landwirtschaftlichen Familienbetriebe unter den sich veränderten gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen‘ ging er unter anderem auf die schlechten Marktpreise für Milch, Fleisch und weitere landwirtschaftliche Produkte ein.

Während seines Gastvortrages sprach Alois Gerig den steigenden Verlust der Wertschätzung der Verbraucher gegenüber landwirtschaftlicher regionaler Produkte an: „In Deutschland gibt der Verbraucher lediglich 11 – 13 % seines Nettoeinkommens für Lebensmittel aus. Gleichzeitig werden 11 Mio. Tonnen Lebensmittel jährlich weggeworfen“, so der Ausschussvorsitzende. Zudem ging er auf die Diffamierungskampagnen gegen die Landwirte ein, welche durch die Medien geschürt werden, und ermutigte die anwesenden Landwirte aus der Defensive zu treten. Durch Aktionen wie „Lernort Bauernhof“ und die „Gläserne Produktion“ könne das Image der landwirtschaftlichen Produktion verbessert werden. Denn hier haben Kinder und auch Erwachsene die Möglichkeit, echte Landwirtschaft zu erleben und dann mit ihrem Griff in das richtige Regal über die Zukunft der bäuerlichen Familienbetriebe vor Ort zu entscheiden.

Vor diesem Hintergrund sieht der gelernte Landwirtschaftsmeister und Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses im Deutschen Bundestag neben Chancen auch Risiken im Handelsabkommen TTIP und sprach sich dafür aus, die Standards zum Schutz der Verbraucher und Landwirte beizubehalten. In Bezug auf gentechnisch veränderte Pflanzen in der Lebensmittelerzeugung verdeutlichte er: „Das wolle ohnehin keiner – auch über Parteigrenzen hinweg“. Zum Ende seines Vortrages machte Alois Gerig deutlich, dass sich Deutschland als starker Exporteur nicht grundsätzlich TTIP verweigern solle. Im Zuge des Abkommens sehe er durchaus die Chance, eine Lebensmittelkennzeichnung zu bekommen, die gerade auch kritische Verbraucher noch mehr für regionale Produkte sensibilisiere und zum Kauf heimisch erzeugter Lebensmittel anrege.